In vielen Regionen wird Rasenpflege intensiv betrieben – häufig sogar mehrmals wöchentlich, insbesondere im Monat Mai. Genau hier setzt die Initiative „Mähfreier Mai“ an, die auch in Plauen umgesetzt wird. Ziel ist es, durch bewusst reduziertes Mähen einen aktiven Beitrag zum Schutz von Wildpflanzen und Insekten zu leisten.
„Um den starken Rückgang von Wildpflanzen und Insekten in Gärten und Landschaft aufzuhalten, kann ein anderer Mährhythmus einen wertvollen Beitrag leisten. So kann jeder im eigenen Garten aktiv dazu beitragen, die Vielfalt von Blüten und ihren Bestäubern wieder zu erhöhen“, sagt Carmen Kretzschmar von der lokalen Agenda.
Diese Flächen in Plauen bleiben im Mähfreien Mai bewusst ungemäht
Die Stadt Plauen beteiligt sich gezielt an der Aktion, indem ausgewählte öffentliche Grünflächen während dieses Zeitraums nicht gemäht werden. Dadurch soll die ökologische Vielfalt gestärkt und Lebensräume für Bestäuber geschaffen werden. Folgende Bereiche sind Teil der Aktion:
- Wiesenflächen im Stadtpark, östlich der Linie von der Drachengrotte bis zur Tennera
- Ein Abschnitt im Kleinfriesener Park zwischen Spielplatz und Teich
- Die Grünanlage „An der Pflaumenallee“ nahe der Röntgenstraße
- Die Grünfläche „Dr.-Theodor-Brugsch-Straße“
- Teile des Straßenbegleitgrüns an der Albert-Schweitzer-Straße beim ehemaligen ISP-Lehrlingsprojekt
- Die 1. Plauener Klimainsel an der Pausaer Straße/Ecke Rückertstraße
- Die Plauener Streuobstwiesen
Weniger mähen, mehr Leben: Vorteile für Gartenbesitzer
Auch private Haushalte sind aufgerufen sich zu beteiligen. Die Initiative soll zeigen, dass weniger Eingriffe in die Natur große Wirkung entfalten können. „Bewusst seltener zu mähen, ist kein Zeichen von Verwahrlosung, sondern von ökologischem Bewusstsein. Statistische Erhebungen beweisen, dass die Menge an Nektar für bestäubende Insekten auf Rasenflächen um das zehnfache erhöht werden kann, wenn einen Monat nicht gemäht wird“, so Kretzschmar.
Ein seltener gemähter Garten entwickelt sich zu einer natürlichen Klimaanlage. Höhere Gräser sorgen für Schatten und erhöhen die Verdunstung, was zu einer spürbaren Abkühlung führt. „Durch selteneres Mähen wird der Garten eine ökologische Kühlinsel, die durch die Beschattung des Bodens und die Verdunstung längerer Gräser das Mikroklima spürbar reguliert. Und gleichzeitig gibt’s lebenswichtige Nahrungsquellen für Insekten“, so die Fachfrau.
Mähfreier Mai deutschlandweit: Eine wachsende Bewegung
Die Initiative Mähfreier Mai ist Teil einer breiteren Bewegung, die sich in ganz Deutschland etabliert. Ursprünglich aus Großbritannien („No Mow May“) stammend, gewinnt das Konzept zunehmend an Bedeutung im deutschen Umwelt- und Naturschutz.
Viele Städte und Gemeinden beteiligen sich inzwischen, indem sie öffentliche Flächen temporär sich selbst überlassen. Umweltorganisationen und Kommunen empfehlen zudem Privatpersonen, ihre Gärten naturnaher zu gestalten. Ziel ist es, langfristig mehr Lebensräume für Bestäuber, Wildpflanzen und andere Kleintiere zu schaffen.
Seit fast zwei Jahrzehnten die neutrale Stimme im Vogtland. Mit Leidenschaft und Nähe zu Menschen und Themen, auch weit über die Region hinaus. Nah am Puls der Zeit. Und stets mit dem Anspruch, Politik zu lesen, Kunst und Kultur näher zu bringen und am Schleizer Dreieck nicht vom Bike zu fallen.
Mähfreier Mai: Plauen setzt auf mehr Biodiversität und weniger Rasenpflege

