Nachrichten VogtlandKinder-Tanztheater begeistert mit „Aschenbrödel“ in Oettersdorf und bald auf Schloss Burgk

alle Fotos: privat
Die Magie des Tanzes beginnt oft leise – in einem Proberaum, zwischen kindlicher Neugier, ersten zaghaften Schritten und großen Träumen. In Oettersdorf ist daraus ein Bühnenmärchen gewachsen: Die Tanztheatergruppe unter der Leitung von Anna Kretschmer brachte kürzlich ihr gemeinsames Werk zur Premiere und rührte damit nicht nur Eltern und Zuschauer, sondern auch sich selbst.

In der Kita Oettersdorf feierte das Märchentanztheater „Aschenbrödel“ seine erste Aufführung. Mehr als ein Dutzend Mädchen aus der ersten bis vierten Klasse der Grundschule Oettersdorf hatten sich über Wochen hinweg in intensiven Workshops vorbereitet und dabei weit mehr geschaffen als eine einstudierte Choreografie. Mit viel Fantasie und Eigeninitiative entwickelten sie Figuren, brachten eigene Ideen ein und formten das bekannte Märchen zu ihrem ganz persönlichen Tanzstück.

Mutige Rollen, neue Perspektiven

Ein besonderer Moment entstand, als sich kein Prinz fand. Kurzerhand übernahm eines der Mädchen diese Rolle und wuchs mit beeindruckender Selbstverständlichkeit hinein. Mit neuen Bewegungen, großem Mut und spürbarer Ausdruckskraft zeigte sie, wie selbstverständlich Rollenbilder im Tanz neu gedacht werden können. Gerade diese Szene wurde im Nachgang von vielen Kindern besonders hervorgehoben: Es sei „toll gewesen, dass sich ein Mädchen getraut hat, den Prinzen zu spielen“ – und dass sie diese Aufgabe so überzeugend gemeistert habe.

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Nach der Aufführung nahm sich Anna Kretschmer bewusst Zeit für eine gemeinsame Reflexion – ein Bestandteil ihrer Arbeit als Tänzerin und Sozialpädagogin. Die Rückmeldungen der Kinder spiegelten eindrucksvoll, welche Wirkung das Projekt entfaltet hat. Mehrere berichteten, dass sie gelernt hätten, wie anstrengend es sein kann, etwas Schönes zu erreichen – und dass sich diese Mühe dennoch lohnt, weil sie gleichzeitig Freude bereitet. Andere erzählten, dass sie über sich hinausgewachsen seien und nun wüssten, dass sie sich viel mehr zutrauen können als zuvor.

Gemeinsam stark: Teamarbeit auf dem Tanzboden

Das Tanztheaterstück, so waren sich alle einig, konnte nur gelingen, weil jede Einzelne Verantwortung übernommen und ihr Bestes gegeben hat. Gemeinsam haben sie erfahren, dass Durchhaltevermögen sich auszahlt – auch dann, wenn es zwischendurch anstrengend wird oder weniger Spaß macht. Gerade das Dranbleiben sei entscheidend, wenn man zusammen etwas Schönes erschaffen möchte.

Dieses besondere Zusammenspiel kann ein Publikum schon bald erneut erleben: Am 17. Mai 2026, anlässlich des Internationalen Museumstag, wird „Aschenbrödel“ um 15:30 Uhr im kleinen Saal von Schloss Burgk aufgeführt.

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