Die Heimat- und Wiesenfeste im Hofer Land sind offiziell in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Diese Entscheidung wurde in einer aktuellen Sitzung des Bayerischen Ministerrats getroffen und ist ein bedeutender Schritt für die Region.
Damit erfährt eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition eine besondere Anerkennung. Die Feste gelten als Ausdruck von tiefer Verwurzelung, starkem Gemeinschaftsgefühl und ausgeprägtem ehrenamtlichem Einsatz.
Landrat Dr. Oliver Bär dazu: „Es war uns wichtig, gemeinsam mit dem Landkreis Wunsiedel unsere Tradition, die eine ganz besondere ist, zu unterstützen. Diese Auszeichnung zeigt allen, die sich für unsere Heimatfeste engagieren – ob Standbesitzer, Vereinsmitglied oder Schülerin und Schüler, die beim Umzug mitlaufen – dass sie sich für etwas Besonderes engagieren, etwas das unsere Heimat auszeichnet. Ich danke allen, die an diesem Prozess mitgewirkt haben, damit wir nun diese Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ erlangen konnten.“
Gemeinschaftlicher Weg zur Anerkennung im Hofer Land
Der Weg zur Aufnahme in das Verzeichnis war umfassend und wurde bereits im Frühjahr 2025 initiiert. Neben Landrat Dr. Oliver Bär (Landkreis Hof) waren auch der Landtagsabgeordnete Kristan von Waldenfels sowie Kreisheimatpfleger Bertram Popp maßgeblich beteiligt. Durch Informationsveranstaltungen sowie intensive Abstimmungen mit Gemeinden, Vereinen und lokalen Organisatoren entstand schließlich eine Bewerbung, die die Vielfalt der Veranstaltungen umfassend darstellt.
Auch der Wunsiedler Landrat Peter Berek betont die Bedeutung der Feste für die Region: „Unsere Heimat- und Wiesenfeste sind mehr als nur Veranstaltungen – sie sind Ausdruck unserer Identität und unseres Zusammenhalts. Unser Ziel war es deshalb von Anfang an, nicht nur die Geschichte zu beleuchten, sondern vor allem die lebendige Weitergabe dieser Tradition sichtbar zu machen.“
Insgesamt prägen 34 Feste im Landkreis Hof und den angrenzenden Regionen das gesellschaftliche Leben – dazu gehört im Übrigen auch das Wiesenfest in Hirschberg im Saale-Orla-Kreis. Sie stehen exemplarisch für das Zusammenspiel von Brauchtum, Gemeinschaft und generationsübergreifender Feierkultur.
Die Ursprünge lassen sich bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Entstanden aus den sogenannten Gregori-Feiern, haben sich die Veranstaltungen kontinuierlich weiterentwickelt und sind heute fester Bestandteil des regionalen Lebens. Typisch für die Feste sind farbenfrohe Umzüge, ein vielfältiges Angebot an Spielen für Kinder sowie die enge Einbindung von Schulen, Vereinen und zahlreichen Ehrenamtlichen.
Mit der offiziellen Aufnahme würdigt die Bayerische Staatsregierung insbesondere das Engagement der vielen Beteiligten, die diese Tradition lebendig halten. Die Feste gelten als identitätsstiftend und leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt im Freistaat.

Redaktion
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Hofer Land: Heimat- und Wiesenfeste sind jetzt immaterielles Kulturerbe in Bayern
