Gitarren können Wände hochziehen. Synthesizer können sie verschwinden lassen. Fontaines D.C. verschieben mit ihrem neuen Album „Dopamine Chamber“ die Grenzen ihres Sounds erneut und gehen weiter hinein in elektronische Klangräume, in die Verlockungen des Pop und in eine Gegenwart, der man gelegentlich entkommen möchte. Das fünfte Studioalbum der irischen Band ist in dieser Woche erschienen.
Schon der Titel öffnet eine Tür. Grian Chatten beschreibt die „Dopamine Chamber“ als einen Raum, den die Zuhörer betreten und in dem unterschiedliche Stücke auf ihre Stimmung und Wahrnehmung wirken. Das Album stellt dabei eine unbequeme Frage: Was passiert mit unserem Bedürfnis nach Vergnügen, wenn die Welt um uns herum zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät?
Gitarrist Carlos O’Connell erläutert im Interview mit Vogue, dass die einzelnen Klänge und ihr Zusammenspiel diesmal bewusst geplant wurden. Mehr Zeit für Arrangements und genaues Zuhören sollte die Musik tragen. Chatten wiederum wollte die Entwicklung von „Romance“ bis zu einem zunehmend fremden, weniger menschlich wirkenden Sound weiterdenken. Aus dieser Beschreibung entsteht das Bild einer Band, die ihre Unruhe neu instrumentiert: Der Druck des Post-Punk wandert in elektronische Texturen, die unmittelbare Attacke weicht einer sorgfältig gebauten Atmosphäre.
Insgesamt enthält „Dopamine Chamber“ elf Songs. „Six Shot Morning“ eröffnet das Album, „Intimate“ setzt den Schlusspunkt. Dazwischen stehen unter anderem „Mimesis“, „Happy For You“, „Demolition“, „Tongue“ und „One Man“.
Fontaines D.C. live: Berlin 2026 ausverkauft, weitere Konzerte 2027
Die musikalische Entwicklung führt Fontaines D.C. inzwischen auf immer größere Bühnen. Wie sich die neuen Klangräume mit der körperlichen Energie ihrer Konzerte verbinden, lässt sich in Deutschland zunächst am 2. November 2026 in der Berliner Max-Schmeling-Halle erleben. Der Auftritt ist laut Veranstalter bereits ausverkauft. Als Support ist das irische Post-Punk-Duo Chalk angekündigt. Im August 2027 folgen drei weitere Konzerte in Hamburg, München und Berlin. Damit bekommen auch diejenigen eine weitere Gelegenheit, die für den Herbsttermin keine Karte erhalten haben.
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
Fontaines D.C.: „Dopamine Chamber“ – zwischen Post-Punk, Pop und Realitätsflucht – Album & Tour

