Stadtwald Plauen: Forstlicher Wirtschaftsplan 2026 prognostiziert 700.000 Euro Überschuss

Die Stadt Plauen blickt optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung ihres Stadtwaldes. Laut dem vorgelegten Forstlichen Wirtschaftsplan wird ein Überschuss von rund 700.000 Euro erwartet. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre gilt diese Prognose als bemerkenswert.

Noch zu Jahresbeginn war aufgrund eines hohen Ausgangspotenzials überwinternder Borkenkäfer mit erheblichen Schäden gerechnet worden. Tatsächlich blieben die Befallszahlen jedoch – gemessen an den Vorjahren – auf einem moderaten Niveau. Diese Entwicklung wirkte sich positiv auf den Holzmarkt aus.

„Die Marktpreise für Rundholz befinden sich derzeit auf einem sehr guten Niveau. Die Entwicklung der Sägeholzpreise ist hingegen komplex und von vielen Faktoren abhängig“, erläutert Bert Schmieder, Leiter des Forstbezirkes Plauen. Neben der Binnennachfrage, insbesondere im Bauwesen, spielten auch internationale Einflüsse wie Exportnachfrage, Wechselkurse und Frachtkosten eine wichtige Rolle.

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Nachholbedarf prägt das Forstjahr 2026

Die für 2026 geplanten forstlichen Maßnahmen sind überwiegend Nachholarbeiten aus der Forsteinrichtung 2016 bis 2025. Diese konnten im vergangenen Jahr aufgrund der Massenvermehrung von Borkenkäfern nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Insgesamt ist eine Einschlagsmenge von 19.765 Festmetern vorgesehen, verteilt auf Jungdurchforstung, Altdurchforstung und Erntenutzung.

Um auf mögliche neue Schadereignisse flexibel reagieren zu können, wurde die geplante Holznutzung bei der Kalkulation bewusst in Grünholz und Schadholz unterteilt. Damit bleibt die Gesamteinschlagsmenge auch bei unvorhergesehenem Käferbefall steuerbar.

Im Plauener Hauptrevier liegt der Schwerpunkt insbesondere auf der Bearbeitung von Laubholzbeständen. Diese Maßnahmen gelten als waldbaulich notwendig, um die Stabilität der Bestände zu erhöhen, die Baumartenmischung zu fördern und den Stadtwald besser an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

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Holzernte im Rahmen nachhaltiger Bewirtschaftung

Die geplante Nutzung bewegt sich nach Angaben der Forstverwaltung im Rahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und bleibt unterhalb des langfristig nachwachsenden Holzzuwachses. Ziel sei es, wirtschaftliche Erträge, ökologische Stabilität und soziale Funktionen des Waldes gleichermaßen zu berücksichtigen – etwa als Erholungsraum für die Bevölkerung.

Start der neuen Forsteinrichtung bis 2035

Parallel zu den laufenden Bewirtschaftungsmaßnahmen hat die neue Forsteinrichtung für den Zeitraum 2026 bis 2035 begonnen. Das Betriebsgutachten bildet die zentrale Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Stadtwaldes. Es umfasst eine Inventur der Bestände, die waldbauliche Planung sowie ein aktualisiertes Verzeichnis aller Waldflächen.

Die Inventur wurde bereits 2024 als Stichprobenaufnahme durchgeführt und abgeschlossen. Acht Forstreferendare waren eingesetzt, die an der waldbaulichen Planung mitwirken. Ihre Hauptergebnisse sollen nach Abschluss der Planungsphase vorgestellt werden, bevor das Betriebsgutachten endgültig ausgefertigt wird.


Stadtwald Plauen – Zahlen & Fakten

Prognostizierter Überschuss:
▶ rund 700.000 Euro

Geplante Holznutzung:
19.765 Festmeter insgesamt
▶ Aufteilung in Grünholz und Schadholz

Schwerpunkte 2026:
▶ Nachholarbeiten aus 2016–2025
▶ Pflege und Durchforstung von Laubholzbeständen
▶ Flexible Reaktion auf mögliches Käfergeschehen

Forsteinrichtung:
▶ Neuer Zeitraum: 2026–2035
▶ Inventur abgeschlossen (2024)
▶ Acht Referendare in der Planungsphase beteiligt

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