Nachrichten VogtlandElena Helfrecht – „Plexus“: Ausstellung über Erinnerung, Trauma und Familiengeschichte in der Galerie Forum K

Fotos: Elena Helfrecht
Die Galerie Forum K präsentiert mit Plexus eine eindringliche fotografische Ausstellung der Künstlerin Elena Helfrecht. In ihrer Arbeit verbindet sie persönliche Familiengeschichte mit kollektiver Erinnerung und untersucht, wie Traumata über Generationen hinweg weitergegeben werden. Zwischen Stillleben, Symbolik und autobiografischer Recherche entsteht eine visuelle Erzählung über Erinnerung, Identität und die unsichtbaren Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Eine fotografische Spurensuche nach Erinnerung und Herkunft

Ausgangspunkt der Serie ist der Tod von Helfrechts Großmutter. Die Künstlerin kehrt daraufhin in das Familienanwesen in Bayern zurück – ein Ort, der zugleich Archiv, Bühne und Protagonist ihrer Arbeit wird. Räume, Gegenstände und Fragmente familiärer Geschichte verwandeln sich in allegorische Elemente eines visuellen Theaterstücks.

In dieser fotografischen Fallstudie rekonstruiert Helfrecht die fragmentarische Geschichte ihrer weiblichen Familienlinie über vier Generationen hinweg. Die Lücken zwischen Erinnerung und dokumentierter Vergangenheit füllt sie mit Träumen, Assoziationen und imaginären Szenen. So entsteht eine poetische Bildsprache, in der persönliche und nationale Geschichte miteinander verschmelzen.

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Postmemory, Trauma und die Wiederkehr der Geschichte

Im Zentrum von Plexus steht das Phänomen der Postmemory – Erinnerungen an Ereignisse, die nicht selbst erlebt wurden, aber dennoch emotional und psychologisch wirksam bleiben. Helfrecht macht diese unsichtbaren Prozesse sichtbar und untersucht, wie sich Traumata und Verhaltensmuster innerhalb von Familien weitervererben.

Die Architektur des Hauses und seine Objekte fungieren dabei als symbolische Stellvertreter: Sie öffnen ein imaginäres Tor zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wiederkehrende Motive, Tiere und Stillleben entfalten eine vielschichtige Ikonografie, die Fragen nach psychischer Gesundheit, Krieg, familiärer Prägung und historischer Erinnerung aufwirft.

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Surreale Bildwelten zwischen Intuition und Symbolik

Helfrechts Fotografien bewegen sich zwischen Realität und Imagination. Ihre Bildsprache verbindet autobiografische Elemente mit surrealen, teilweise grotesken Momenten. Symbole entstehen oft intuitiv – Tiere, Räume oder Alltagsobjekte verwandeln sich in metaphorische Träger von Erinnerung und emotionalen Zuständen.

Die Serie lädt Betrachterinnen und Betrachter dazu ein, eigene Assoziationen zu entwickeln. Statt eindeutiger Antworten öffnet Plexus einen Raum für Interpretation und persönliche Resonanz.

Über die Künstlerin

Elena Helfrecht (*1992) lebt und arbeitet im Fichtelgebirge. In ihrer fotografischen Praxis untersucht sie innere Räume, Bewusstseinszustände und die Verbindung zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Geschichte. Ihre Arbeiten verbinden autobiografische Narrative mit surrealen Bildwelten und einer vielschichtigen Symbolik.

Helfrechts Werke wurden international ausgestellt, unter anderem bei den Rencontres d’Arles, im Benaki Museum in Athen sowie in der South London Gallery. Sie wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter dem Sony World Photography Award, dem BJP International Photography Award und dem Camera Work Award. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig in internationalen Publikationen wie The New Yorker, Die ZEIT und der Financial Times.

Ausstellung

Elena Helfrecht – Plexus
Galerie Forum K
13. März – 24. April 2026

Vernissage:
13. März 2026, 19:30 Uhr

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