Nachrichten Vogtland“Der Teufel trägt Prada 2”: Stil, Macht und die Vergänglichkeit des Erfolgs mitten in New York

Titelfoto: Constantin Film – Antonio Banderas und Nicole Kidman in “Babygirl”
Mit Der Teufel trägt Prada 2 kehrt einer der prägendsten Modefilme der 2000er zurück – doch statt bloßem Nostalgieeffekt liefert die Fortsetzung eine Auseinandersetzung mit Zeit, Karriere und Identität. Zwanzig Jahre nach dem Kultfilm ist es kein modischer Nachschlag, sondern eher ein Kommentar darüber, was vom Glanz übrig bleibt, wenn die Zeit ihn einholt.

Die Geschichte setzt Jahre nach Andys erstem Einstieg in die Modewelt an. Andy Sachs ist längst Teil jenes Systems geworden, das sie einst kritisch betrachtete. Ihre erneute Annäherung an Miranda Priestly wirkt dabei weniger zufällig als unausweichlich – fast wie eine Gravitation innerhalb einer Branche, aus der es kein echtes Entkommen gibt. Es geht nicht mehr um den Aufstieg einer Außenseiterin, sondern um die Konsequenzen von Erfolg.

Miranda Priestly agiert weiterhin mit kühler Präzision, doch erstmals zeigen sich feine Risse in ihrer scheinbaren Unantastbarkeit. Macht wird hier nicht mehr nur als glänzende Oberfläche inszeniert, sondern als fragile Konstruktion in einer sich wandelnden Medienlandschaft. Wie viel Selbstbestimmung bleibt in einem System, das Identität formt? Ist Erfolg ein Ziel – oder eine Falle?

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Visuell bleibt der Film seiner ikonischen DNA treu. Mode fungiert erneut als mehrdimensionale Sprache – sie ist Statussymbol, Schutzschild und Ausdruck innerer Konflikte zugleich. Doch trotz der makellosen Inszenierung liegt eine spürbare Melancholie über den Bildern. Der Glamour wirkt stellenweise wie ein Echo seiner selbst: elegant, aber nicht mehr ganz gegenwärtig.

Trotz seiner Stärken kann er sich nicht vollständig von seinem Vorgänger lösen. Einige Szenen greifen zu stark auf bekannte Dynamiken zurück. Gerade in Momenten, in denen man neue Wege gehen könnte, kommen dann doch gelegentlich vertraute Muster.

Fazit:

Eine Fortsetzung, die zwar reflektierter ist, sich aber nicht immer konsequent genug von ihrer eigenen Ikonografie emanzipiert. „Der Teufel trägt Prada 2“ ist kein Werk über Mode – sondern über Zeit, Wandel und die Fragilität von Erfolg. Er ersetzt den Glamour des Originals nicht, sondern hinterfragt es eher. Wer einen leichten, glamourösen zweiten Teil erwartet, wird überrascht sein. Wer jedoch bereit ist, hinter die perfekt inszenierte Oberfläche zu blicken, findet hier eine Reflexion darüber, was bleibt, wenn der Glanz verblasst.

Der Vogtlandstreicher verleiht 4 von 5 Punkten.

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Erscheinungsdatum:  30. April 2026

Genre: Komödie, Drama

Nachdem sie vor zwanzig Jahren in ihren ikonischen Rollen als Miranda, Andy, Emily und Nigel zu sehen waren, kehren Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci in 20th Century Studios’ „Der Teufel trägt Prada 2“ in die modischen Straßen von New York City und in die eleganten Büros des Runway-Magazins zurück. Miranda Priestly navigiert ihre Karriere inmitten des Niedergangs des traditionellen Zeitschriftenwesens. Sie tritt gegen Emily Charlton an, ihre ehemalige Assistentin, jetzt eine einflussreiche Führungskraft für eine Luxusgruppe, mit Werbegeldern, die Priestly dringend benötigt.

  • Regie: David Frankel
  • Drehbuch: Aline Brosh Mckenna
  • Verleih: Wald Disney

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