Nachrichten VogtlandArs Mechanika von Alexander Schlesier: Wo Zahnräder die Fantasie antreiben

Messing schimmert, Schläuche winden sich um rätselhafte Apparaturen, und hinter alten Zifferblättern scheint eine andere Zeit zu warten. Mit „Ars Mechanika“ zieht vom 17. Oktober bis 22. November 2026 die Steampunk-Kunst von Alexander Schlesier in die Galerie im Malzhaus Plauen ein. Kunstobjekte und Fotografien öffnen den Blick auf eine Welt, in der die Zukunft noch nach Kupfer, Leder und Maschinenöl aussehen darf. Zur Vernissage morgen um 17 Uhr führt Dana Schwarz-Haderek in die Ausstellung ein.

Es ist eine eigentümliche Verwandtschaft, die Schlesiers Arbeiten zusammenhält – die Verbindung von technischer Fantasie und historischem Material. Fotografien in Sepiatönen und tiefen Schatten, maskierte Figuren, verspielte Konstruktionen und Maschinen, deren Bestimmung sich dem ersten Blick entzieht.

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Steampunk liefert dafür den gedanklichen Antrieb. Die Ästhetik verbindet die Industriekultur des viktorianischen Zeitalters mit Science-Fiction, Fantasy und moderner Technik. Als literarische Bezugspunkte nennt Schlesier Jules Verne und H. G. Wells. Es geht um eine Zukunft, wie sie sich aus der Vorstellungswelt des Dampfmaschinenzeitalters entwickeln könnte, mit sichtbarer Mechanik und Raum für technische Träumereien.

Zwischen den historischen Mauern des Malzhauses bekommt diese erfundene Maschinenwelt einen temporären Platz. Der Flyer spielt dabei mit einem finsteren Augenzwinkern. Er warnt vor spontanen Zeitreisen und empfiehlt, Taschenuhren gut festzuhalten. Die Einladung versteht sich als Eintrittskarte in eine Fantasie, in der selbst eine vermeintlich harmlose Apparatur ein kleines Geheimnis besitzen könnte.

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Alexander Schlesier: Ein Plauener baut sich seine eigene Welt

Alexander Schlesier wurde 1977 in Plauen geboren. Der Diplomdesigner, CAD-Modelleur, Fotograf und Steampunk-Künstler verbindet digitale Gestaltung mit handwerklicher Arbeit. Den Anstoß für seine Arbeiten fand er in der Musikszene. Beim Viktorianischen Picknick des Wave-Gotik-Treffens begegneten ihm selbst gestaltete Outfits mit mechanischen Accessoires. Er fertigte eine eigene Ausstattung an und entdeckte dabei, dass ihn das Bauen noch stärker begeisterte als das Tragen. Aus ersten Uhren und Lampen entwickelte sich über die Jahre eine immer umfangreichere Objektwelt.

Unter dem Namen „Skulls n Gears“ entstehen heute handgefertigte Kunstobjekte, Kostüme, Accessoires und Requisiten. Schlesier fertigt außerdem Bühnenequipment für Bands und Ausstattung für Filmaufnahmen und Musikvideos. Als Fotograf arbeitet er unter anderem bei Konzerten und Festivals.

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Wenn ausrangierte Technik ein zweites Leben erhält

Schlesiers Material hat häufig schon eine Geschichte. Er verwendet Fundstücke vom Schrott oder Sperrmüll, repariert Gegenstände und gibt ihnen neue Aufgaben. Dahinter steht die Wertschätzung für Handwerk, beständige Materialien und Dinge, die Gebrauchsspuren tragen.

Ein historischer Fernschreiber wurde zum internetfähigen Drucker. Einige Konstruktionen dienen der Fantasie, andere funktionieren tatsächlich im Alltag. Die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstobjekt gerät dabei ebenso in Bewegung wie die zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Auch sein Umfeld gestaltet Schlesier entsprechend. Historische Einrichtung, Requisiten und selbst gebaute Objekte schaffen dort zugleich Kulissen für Foto- und Filmaufnahmen. Die Arbeit an dieser Welt setzt sich damit über einzelne Kunstwerke hinaus fort.

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Vernissage und Künstlerrundgang zu „Ars Mechanika“

Die Eröffnung der „Ars Mechanika“ findet morgen, 17. Oktober 2026 um 17 Uhr, statt. Die Einführung übernimmt Dana Schwarz-Haderek. Gelegenheit, die Ausstellung gemeinsam mit ihrem Schöpfer zu erkunden, bietet der Künstlerrundgang mit Alexander Schlesier am 21. November um 15 Uhr. Nach der Vernissage ist die Ausstellung vom 18. Oktober bis 22. November 2026 mittwochs bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Am 4. November bleibt die Galerie geschlossen.

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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