Nachrichten VogtlandAdventskalendertür Nr. 18: Jäcki Reznicek – Für das Musizieren muss man immer brennen

Titelfoto: Detlev Schneider

Zu gewinnen gibt es heute Silly-Autogramm-Karten!

Im Jahr 1986 wurde er als einer der wenigen Fretless-Bassistinnen der DDR für den Studio-Take des Silly-Klassikers Bataillon d’Amour engagiert und wenig später festes Mitglied der Band.

Sein Bassspiel gilt als prägend für den Sound des Albums. Hans-Jürgen „Jäcki“ Reznicek erzählt im Interview warum es der Bass als Instrument wurde und was 2026 so bevor steht:

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Was war der Zeitpunkt, an dem du wusstest: Musik wird mein Leben?

    Das war schon etwa mit 14 Jahren so, als ich die Beatmusik entdeckte und Fan dieser Musik wurde. Ich gründete dann mit meinem Bruder und zwei Klassenkameraden meine erste Band.

    Und warum wurde es der Bass?

      Ich war und bin nach wie vor großer Beatles Fan. Da hatte es mir besonders Paul McCartney angetan und so wollte ich als Teenie ebenso sein wie er: Sänger und Bassist.

      Welche Silly-Songs sind dir persönlich besonders wichtig – und warum?

        Na alle!!! Aber wenn ich drei heraussuchen sollte: „Asyl im Paradies“, „Über ihr taute das Eis“ und „Instandbesetzt“. Einfach ganz tolle Kompositionen und super Texte. Die Arrangements klingen auch nach Jahren m. E. immer noch modern und interessant.

        Wie hat dich das Arbeiten als Musiker in der DDR geprägt?

          Musik und insbesondere das Bass-Spielen war (und ist) meine absolute Leidenschaft. Ich habe sozusagen mein Hobby zum Beruf machen können, konnte Musik an der HfM „C. M. v. Weber“ in Dresden studieren, habe immer in tollen Bands gespielt und konnte vom Musizieren leben. Natürlich ging das nicht immer ohne „Reibereien“ mit verschiedenen staatlichen Stellen ab. Aber auch das hat mich geprägt.

          Was hat sich für dich und Silly nach der Wende am deutlichsten verändert?

            Natürlich ging es uns Musikern wie allen Menschen aus der ehemaligen DDR nach der Wende. Alles war anders, alles war neu! Wir Musiker hatten erst mal viel weniger Konzerte. Das lag zum einem daran, dass unser Publikum nun endlich auch seine Heroes aus der ganzen Welt erleben konnte. Zum anderen gab es auf einmal nicht mehr so viele Auftrittsmöglichkeiten und auch Agenturen, die sich für uns Ost-Bands interessierten. Aber es ergaben sich auch viele neue Möglichkeiten: Ich habe auf einmal auch in einigen anderen Bands spielen können (z. B. in der Band vom „Die Ärzte“-Sänger & Gitarrist Farin Urlaub „King Kong“, oder bei „East Blues Experience“, oder der „Steve Horn Band“ oder bei Joachim Witt). 1991 wurde ich Dozent an der Musikhochschule „C. M. v. Weber“ und habe inzwischen sechs Lehrbücher für Bassisten geschrieben.

            Was war der härteste Kompromiss deines Lebens – fällt dir was ein?

              Das kann ich gar nicht so benennen! Kompromisse gehören für mich zum Leben, insbesondere zum musikalischen beruflichen Leben dazu. Mal davon abgesehen, dass sich manchmal ein Kompromiss als genau die richtige Entscheidung herausstellt.

              Was sollte ein junger Bassist unbedingt lernen, um musikalisch eigenständig zu klingen?

                Mein Tipp für alle jungen Musiker: Du solltest für deine Leidenschaft das Musizieren „brennen“, immer am musikalischen Ball bleiben, mit Freude und einem gesunden Ehrgeiz jede Herausforderung meistern.

                Was ist im kommenden Jahr von Silly zu erwarten?

                  Natürlich wird es wieder viele SILLY Konzerte geben. Im kommenden Jahr werden wir auch unsere sehr erfolgreiche ElektroAKUSTIK Tour fortführen, diesmal auch Open Air.

                  Welche anderen musikalischen Projekte gibt es aktuell noch?

                    Na im Januar und Februar 2026 bin ich wieder mit Driftwood Holly unterwegs. Bei der „Er-Leb-Nis“ Tour wird neben Holly und mir auch der Gitarrist & Sänger Dan Stark aus Whitehorse/Kanada, Pavel an der Geige und mein Sohnematz Basti an den Drums mit dabei sein. Darauf freue ich mich schon sehr. Ansonsten werden wahrscheinlich wieder einige Workshops und der Start einer kleinen Vortragsreihe im Auftrag der Musikhochschule Münster zum Thema Ostrock dazukommen. Außerdem werde ich ab und zu auch wieder mit Musikern und Musikerinnen in Nova Scotia/Kanada spielen.

                    Nachgefragt bei…Jäcki Reznicek
                    Lieblingsessen: Ich bin improvisierender Hobby-Koch. Da ist mein Lieblingsessen immer ein anderes Gericht.
                    Lieblingsmusik: Mein Motto: „Es gibt keine schlechte Musik, nur schlecht gespielte.“
                    Deshalb gefällt mir quasi alles, was gut gemacht ist.
                    Lieblingswort: YEAH!
                    Lieblingsort: Na schon lieber Lieblingsland: KANADA!
                    Lieblingsmoment: In Kanada am Lagerfeuer sitzen.
                    Adventskalender-Verlosung:
                    Nachrichten Vogtland

                    Der Vogtlandstreicher.de verlost Autogrammkarten von Silly.

                    Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Das Gewinnspiel läuft vom 18. Dezember 2025 bis zum 20. Dezember 2025 um 0 Uhr.

                    Die Teilnahme erfolgt per E-Mail mit Angabe von Name und Wohnort an stephanie@vogtlandstreicher.de mit dem Betreff „Silly“. Unter allen Einsendungen wird ausgelost und die Gewinner werden bis spätestens 21. Dezember per E-Mail informiert.

                    Die Teilnahmedaten werden nur für die Dauer des Gewinnspiels gespeichert und anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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