Vieles, was in einer Region wächst, bleibt im Schatten der großen Nachrichten. Doch im Vogtland und den angrenzenden Landkreisen gibt es auch erfolgreiche Unternehmensgeschichten. Orte, an denen investiert wird, an denen Menschen Verantwortung übernehmen, an denen neue Ideen wachsen und alte Standorte eine zweite Chance bekommen. Manchmal sind es große Projekte, manchmal stille Erfolge im Hintergrund. Die folgenden Beispiele zeigen genau das: Unternehmen, die 2025 mit Energie, Erfindungsgeist und einem klaren Blick für ihre Heimat vorangegangen sind.
Spleenlab GmbH – KI-Schmiede setzt neue Maßstäbe in der autonomen Navigation
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Saalburg-Ebersdorf, Saale-Orla-Kreis (Thüringen) |
| Branche | Künstliche Intelligenz für autonome Systeme (Drohnen, Luftfahrt, Mobility) |
| Kernprodukt | VISIONAIRY® – KI-Plattform für Echtzeit-Navigation autonomer Systeme (Spleenlab) |
| Auszeichnung 2025 | Thüringer Innovationspreis 2025, Kategorie „Digitales & Medien“ |
| Besonderheit 2025 | Übernahme durch Drohnenhersteller Quantum Systems, KI-Kompetenzzentrum in Mitteldeutschland (Spleenlab) |
Bei Saalburg-Ebersdorf denken die meisten zuerst an Stausee, Camping, Sonne-Mond-Sterne-Festival. Doch dort hat auch eine der KI-Schmieden Ostdeutschlands ihren Sitz. Bei Spleenlab geht es um Flugbahnen: Die Softwareplattform VISIONAIRY® berechnet in Echtzeit, wie Drohnen und andere autonome Systeme Hindernissen ausweichen, sicher landen oder bei schlechtem Wetter stabil fliegen können.

Im November 2025 bekam die „KI aus der Provinz“ ein offizielles Gütesiegel: Spleenlab gewann den Thüringer Innovationspreis in der Kategorie „Digitales & Medien“. Die Jury lobte ausdrücklich den technologischen Vorsprung in der KI-gesteuerten Echtzeitnavigation und hob hervor, dass hier eine modulare Plattform entstanden ist, die sich in verschiedene Anwendungen – von zivilen Drohnen bis hin zu Lufttaxis – integrieren lässt.
Parallel dazu schlägt ein zweites Ereignis Wellen: Der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems übernimmt Spleenlab. Für viele Start-ups ist ein Exit der Moment, an dem die Zentrale in eine Großstadt verlegt wird und die Provinz leer ausgeht. Hier ist es anders: Quantum Systems betont, dass der Standort in Thüringen als KI-Kompetenzzentrum weiterentwickelt werden soll, sämtliche Beschäftigte ein Angebot erhalten und die Region damit eher gewinnt als verliert.
Für die Region ist Spleenlab schon jetzt ein Symbol: Hightech ist kein Privileg von Großstädten. Wer im Saale-Orla-Kreis Informatik studiert, muss nicht zwangsläufig nach Berlin oder München, um an Spitzen-KI zu arbeiten.
OHB / ehemaliges TechniSat-Werk Schöneck – vom Küchenradio zum Satelliten
Infobox – Kerndaten
| Standort | Schöneck, Vogtlandkreis (Sachsen) |
| Bisheriger Betreiber | TechniSat – Produktion von Digitalradios, Receivern, Elektronik seit frühen 1990er Jahren |
| Situation 2025 | TechniSat kündigt Schließung des Werks bis Ende 2025 an (Verlagerung nach Polen) |
| Neuer Betreiber | OHB SE, Raumfahrt- und Technologiekonzern (Bremen) |
| Perspektive | Aufbau einer Serienfertigung für Satelliten-Elektronik, Übernahmeangebote für rund 70 Beschäftigte OHB SE |
Das Werk in Schöneck hat schon Einiges hinter sich. Zuletzt baute TechniSat hier Digitalradios und Empfangselektronik. Im Sommer 2025 dann der Schock: Der Hersteller kündigt an, den Standort bis Ende des Jahres zu schließen und die Produktion nach Polen zu verlagern – zu teuer, zu hohe Energiekosten, zu viel Regulierung in Deutschland, heißt es.
Für die rund 70 Beschäftigten bedeutet das zunächst vor allem: Angst. Dann taucht ein Name auf, den man eher aus Weltraumnachrichten kennt: OHB SE. Der Bremer Raumfahrtkonzern sucht dringend Kapazitäten für die Serienfertigung von Leiterplatten, Kabelbäumen und anderen Komponenten, die später in Erdbeobachtungs- oder Kommunikationssatelliten verbaut werden. Ende Oktober 2025 wird klar: OHB übernimmt das Werk im Vogtland.

OHB-Chef Marco Fuchs betont öffentlich, dass allen bisherigen Beschäftigten ein Arbeitsangebot gemacht werde und dass Schöneck mittelfristig zu einem wichtigen Produktionsstandort der Raumfahrtsparte werden soll. Ganz ohne Schatten ist das Bild nicht: OHB steht auf Bundesebene in der Kritik, weil beim militärischen Aufklärungssystem SARah technische Probleme aufgetreten sind, und hat in der Vergangenheit vor Gericht gegen EU-Vergabeentscheidungen (etwa bei Galileo) geklagt. Die finanzielle Lage des Konzerns ist nicht dramatisch, aber angespannt.
Aus regionaler Perspektive überwiegt dennoch das Positive: Ein Standort, der schon abgeschrieben war, wird nicht nur gerettet, sondern technologisch aufgewertet. Wie stark sich das in zusätzlichen Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten niederschlägt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
MTS-Molding Tec Steinberg GmbH – Nachfolge statt Abwicklung
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Steinberg OT Rothenkirchen, Vogtlandkreis (Sachsen) |
| Branche | Spritzgießwerkzeuge und Automatisierungslösungen für Kunststoffartikel |
| Besonderheit | Ehemaliger Standort der ZAHORANSKY AG, sollte geschlossen werden |
| Nachfolge | Übernahme durch Monty Tepper (MT Management GmbH), Verselbstständigung |
| Auszeichnung 2025 | „Sächsischer Meilenstein – Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge“, Kategorie unternehmensinterne Nachfolge |
In Steinberg stehen Hallen, in denen aus Metallblöcken hochpräzise Formen entstehen. Diese Formen sind später die „Matrizen“ für Zahnbürsten, Rasierer, Verschlüsse oder medizinische Artikel. Lange Zeit gehörte der Standort zur baden-württembergischen ZAHORANSKY AG. Als der Konzern beschloss, den sächsischen Produktionsstandort aufzugeben, schien das Schicksal des Werks besiegelt.
An diesem Punkt entscheidet sich ein einzelner Mensch, die Geschichte umzuschreiben: Der damalige leitende Angestellte Monty Tepper übernimmt den Standort über seine MT Management GmbH, führt ihn in die Eigenständigkeit und baut ihn unter dem Namen MTS-Molding Tec Steinberg weiter aus. Der Betrieb positioniert sich erfolgreich am Markt, liefert präzise Spritzgießwerkzeuge und Automatisierungslösungen an internationale Kunden und hält damit qualifizierte Industriearbeitsplätze in der Region.
2025 wird dieser Schritt offiziell gewürdigt: MTS erhält den „Sächsischen Meilenstein“ für erfolgreiche Unternehmensnachfolge in der Kategorie unternehmensinterne Nachfolge. Die Jury hebt hervor, dass hier nicht nur eine Übergabe geregelt, sondern ein drohender Standortverlust verhindert wurde.
kueba electronic GmbH & Co. KG – High-End-Elektronik aus Greiz
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Greiz (Thüringen) |
| Branche | Elektronikfertigung (EMS), Leiterplattenbestückung |
| Gründung | 1992, 2025: 33 Jahre Unternehmensgeschichte kueba-electronic.de |
| Leistung | Elektronikfertigung, High-End-Leiterplattenbestückung „made in Germany“ |
| Auszeichnung 2025 | Nominierung für den „Großen Preis des Mittelstandes“ 2025 |
Ein unscheinbarer Industriekomplex in Greiz und innen laufen hochautomatisierte Bestückungslinien, auf denen elektronische Baugruppen für verschiedenste Branchen entstehen. kueba electronic ist seit 1992 als EMS-Dienstleister unterwegs und hat sich vom kleinen Fertiger zu einem etablierten Elektronikpartner entwickelt.

2025 blickt das Unternehmen auf 33 Jahre zurück und betont in seiner Kommunikation drei Dinge: Qualität, Innovation und Teamgeist. Die Leiterplattenbestückung wird als „High-End“ beschrieben, made in Germany und mit Anspruch auf Langfristigkeit.
Das Unternehmen wurde für den „Großen Preis des Mittelstandes“ nominiert. Dieser Wettbewerb gehört zu den renommiertesten Mittelstandsauszeichnungen in Deutschland, schon die Nominierung gilt als Gütesiegel, weil sie auf umfassenden Kriterien zu wirtschaftlicher Stärke, Innovation, Engagement und Wachstum basiert. Gerade deshalb ist kueba ein wichtiges Beispiel dafür, dass Elektronikproduktion auch in Deutschland funktionieren kann.
Koehler Paper – Klimafreundliches Papier aus Greiz
Infobox – Kerndaten
| Standort | Greiz (Thüringen) |
| Unternehmen | Koehler Paper, Teil der Koehler-Gruppe |
| Produktschwerpunkt | Recycling- und Spezialpapiere |
| Beschäftigte | Größenordnung rund 170 Mitarbeitende laut regionalen Berichten |
| Transformationsprojekt | Umstellung des Heizkraftwerks von Braunkohle auf Holzfeinfraktion, Einsparung >24.000 t CO₂ pro Jahr |
Papierwerke sind in vielen Regionen von früher nicht so positiv in Erinnerung. In Greiz versucht Koehler Paper seit einigen Jahren, dieses Bild umzudrehen. Das Werk produziert Recycling- und Spezialpapiere – und hat sich gleichzeitig an ein großes Transformationsprojekt gewagt: die Dekarbonisierung seines Heizkraftwerks.
2021 kündigte die Koehler-Gruppe an, das Kraftwerk in Greiz von Braunkohlestaub auf Holzfeinfraktion umzustellen. 2023 ging die Anlage in den Probebetrieb. Mehr als 24.000 Tonnen CO₂-Emissionen sollen pro Jahr eingespart werden. Das Investitionsvolumen liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich.
Das Biomasse-Heizkraftwerk versorgt das Werk mittels Kraft-Wärme-Kopplung mit Prozessdampf und Strom. Gleichzeitig ist die Umstellung Teil einer größeren Konzernstrategie: Bis 2030 will Koehler mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, als für die Papierproduktion benötigt wird.
Die Produktion selbst sichert Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Region, und die Umstellung des Kraftwerks ist ein konkretes Projekt, das messbare CO₂-Einsparungen bringt.
Pack-Trans GmbH / Stapler Service Selb – Logistik mit Umweltpakt-Siegel
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Selb, Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge (Bayern) |
| Geschäftsbereiche | Paletten- und Ladungsträgerlogistik, Stapler-Service, Schulungen |
| Gründung | 1992, späterer Umzug nach Selb |
| Auszeichnung 2025 | Besondere Auszeichnung im Rahmen des Umwelt- und Klimapakts Bayern für vorbildliches Umweltengagement |
| Umweltmaßnahmen | u. a. Photovoltaikanlage, ressourcenschonende Prozesse und Emissionsreduktion |
Paletten sind der unsichtbare Unterbau der Wirtschaft. Ohne sie bewegt sich in der Logistik wenig. Pack-Trans in Selb hat aus diesem unspektakulären Produkt ein Geschäftsmodell gemacht – und verbindet es mit Umweltambitionen. Das Unternehmen handelt mit Paletten und Gitterboxen, organisiert deren Tausch und Reparatur und betreibt mit dem Geschäftsbereich „Stapler Service Selb“ Wartung, Reparaturen und Schulungen rund um Gabelstapler.

Im Januar 2025 verleiht das bayerische Umweltministerium dem Unternehmen eine besondere Auszeichnung im Rahmen des Umwelt- und Klimapakts Bayern. Das Landratsamt Wunsiedel würdigt Pack-Trans für „vorbildliches Umweltengagement“. Genannt werden unter anderem eine Photovoltaikanlage, Maßnahmen zur Ressourcenschonung und zur Emissionsreduktion – also konkrete Investitionen statt wohlklingender Leitbilder
Der Umwelt- und Klimapakt Bayern ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Staat und Wirtschaft; aufgenommen werden nur Unternehmen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Dass ein mittelständischer Logistiker aus Selb sich hier einreiht, zeigt, dass „grüne Wirtschaft“ nicht nur aus Start-ups mit hippen Apps besteht.
Mathias Frey GmbH & Co. KG – Werte leben, Wandel gestalten
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Marktredwitz, Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge (Bayern) |
| Branche | Mittelständisches Industrie-/Handelsunternehmen (branchenübergreifende Aktivitäten) |
| Auszeichnung 2025 | Bayerischer Mittelstandspreis 2025 |
| Leitmotiv | „Werte leben. Wandel gestalten.“ |
| Besonderheit | Schwerpunkt auf Werteorientierung, Innovation und regionalem Engagement |
Wenn von „Hidden Champions“ die Rede ist, sind Unternehmen wie die Mathias Frey GmbH & Co. KG gemeint. In Marktredwitz sitzt ein mittelständischer Betrieb, der im bundesweiten Rampenlicht kaum auftaucht – bis der Bayerische Mittelstandspreis vergeben wird. In einem festlichen Rahmen in München erhält Frey diese Auszeichnung, die Unternehmen würdigt, die nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Operativ ist die Mathias Frey GmbH & Co. KG ein breit aufgestelltes Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich Mode, Wohnen und Lifestyle. Das Unternehmen betreibt mehrere Modehäuser sowie Möbel- und Einrichtungshäuser in Nordbayern und verbindet klassischen Einzelhandel mit modernen Service- und Erlebnisformaten. Einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung bilden persönliche Beratung, Serviceangebote im Verkaufsumfeld, digitale Kundenservices sowie Ausbildungsprogramme.
Neben dem Kerngeschäft positioniert sich das Unternehmen zugleich als regional verwurzelter Arbeitgeber, der Kundennähe, Servicequalität und moderne Handelskonzepte miteinander verbindet. Man beschäftigt sich aktiv mit Wandel: Digitalisierung, Demografie, Fachkräftemangel – alles Themen, die gerade im ländlichen Raum besonders spürbar sind.
AWV-Dr. Busse GmbH / AGROLAB Group – die unsichtbaren Kontrolleure
Infobox – Kerndaten
| Standort | Plauen, Vogtlandkreis (Sachsen) |
| Unternehmen | AWV-Dr. Busse GmbH, Teil der AGROLAB Group |
| Spezialisierung | Umwelt- und Wasseranalytik, Abfall, Ersatzbrennstoffe, Fette, Mineralöle AGROLAB GROUP |
| Status | Akkreditierte Untersuchungsstelle u. a. für Trinkwasser, Abwasser, Altholz |
| Auszeichnungen Konzern 2025 | „Höchste Kundenzufriedenheit 2025“ und „Bestes Chemie-Familienunternehmen“ |
In Plauen steht ein Laborgebäude an der Jößnitzer Straße von dem man nicht gleich Notiz nimmt. Hier arbeitet die AWV-Dr. Busse GmbH – ein Umweltlabor, das zur europaweit tätigen AGROLAB Group gehört. Was nach Nische klingt, ist im Alltag der Region zentral: Hier werden Wasserproben analysiert, Abfälle untersucht, Ersatzbrennstoffe geprüft, Fette und Mineralöle bewertet. Kommunen, Zweckverbände, Entsorger, Landwirte und Industrie verlassen sich auf die Messergebnisse.

Das Labor ist umfangreich akkreditiert, unter anderem als Trinkwasseruntersuchungsstelle in Sachsen und als sachverständige Stelle für Abwasseruntersuchungen nach Thüringer Regelungen. Das klingt technisch, bedeutet aber: Ohne Labore wie dieses wüsste niemand genau, was aus den Leitungen kommt, was in Böden und Klärschlamm steckt oder ob Grenzwerte eingehalten werden.
Auf Konzernebene häuften sich 2025 die Auszeichnungen: AGROLAB wurde von der Deutschen Qualitäts- & Bewertungsgesellschaft mit „Höchste Kundenzufriedenheit 2025“ bedacht, landet laut Süddeutscher Zeitung im Ranking der stärksten Familienunternehmen auf Platz 1 im Chemiesektor und erreicht im Handelsblatt-Ranking „Deutschlands wachstumsstärkste Mittelständler“ Platz 82 – als einziges Laborunternehmen in den Top 100.
Heimatenergie FMB GmbH – Kommunen machen Strom
Infobox – Kerndaten
| Sitz | Region Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland (Landkreise Bayreuth, Kulmbach, Hof) |
| Gründung | 2024 als interkommunale GmbH |
| Gesellschafter | Neun Kommunen (Bad Berneck, Gefrees, Goldkronach, Harsdorf, Himmelkron, Neuenmarkt, Trebgast, Marktschorgast, Stammbach) Regierung Oberfranken |
| Ziel | Regionale Energiewende mit erneuerbaren Projekten in kommunaler Hand |
| Auszeichnung 2025 | Ernennung zum „Unterstützer im Team Energiewende Bayern“ |
Während in vielen Energiedebatten von internationalen Konzernen oder großen Projektentwicklern die Rede ist, geht die Heimatenergie FMB einen anderen Weg: Neun Kommunen schließen sich zu einer eigenen GmbH zusammen, um erneuerbare Energieprojekte in kommunaler Hand zu entwickeln. Die Gesellschaft entsteht 2024 im Gebiet der ILE „Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland“ und bündelt damit die Kräfte.

Zunächst setzt die Heimatenergie FMB auf Photovoltaik: Dachanlagen etwa auf Gemeindezentren speisen Strom ins Netz, perspektivisch ist auch mehr Eigennutzung in den Kommunen vorgesehen. Zusammen mit der Sparkasse Bayreuth als Partner sollen weitere Projekte folgen, die lokale Wertschöpfung sichern und die Abhängigkeit von externen Stromlieferanten reduzieren.
Im Oktober 2025 kommt die offizielle Anerkennung: Die Regierung von Oberfranken ernennt die Heimatenergie FMB GmbH zum „Unterstützer im Team Energiewende Bayern“. Gewürdigt wird, dass hier nicht nur über Energiewende gesprochen wird, sondern Kommunen konkrete Projekte umsetzen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Viele Unternehmen, ein gemeinsamer Nenner
Die Unternehmen unterscheiden sich in Größe, Branche und Geschichte. Gemeinsam ist ihnen, dass 2025 jeweils ein spürbarer Schritt nach vorn vollzogen wurde: eine gerettete Fabrik, eine gelungene Nachfolge, ein Innovationspreis, eine große Investition in Klimaschutz oder ein neues Modell für kommunale Energieprojekte. In Summe entsteht wirtschaftliche Erneuerung im Kleinen, verteilt über Städte, Dörfer und Gewerbegebiete zwischen Vogtland, Saale-Orla, Hochfranken und den angrenzenden Regionen.
Diese Entwicklung bleibt fragil. Fachkräftemangel, Kostensteigerungen, internationale Konkurrenz und politische Rahmenbedingungen setzen alle Beteiligten unter Druck. Gerade deshalb ist bemerkenswert, dass es Akteure gibt, die Standorte übernehmen, statt sie zu schließen, die in Energie- und Umweltprojekte investieren, statt auf Verschiebung zu setzen, und die Innovation nicht vom ländlichen Raum abkoppeln.
Quellenliste (Recherche 2025 – Vogtlands Zukunftsmacher)
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) – „Sächsischer Meilenstein 2024 – Das sind die 30 nominierten Unternehmen“
https://www.smwa.sachsen.de/blog/2024/09/11/saechsischer-meilenstein-2024-das-sind-die-30-nominierten-unternehmen/
Handel-Sachsen – „Alle Nominierten für den Sächsischen Meilenstein 2024 stehen fest“
https://handel-sachsen.de/kategorien/alle-nominierten-fuer-den-saechsischen-meilenstein-2024-stehen-fest.html
OHB SE – Pressemitteilung „OHB übernimmt TechniSat-Werk in Schöneck im Vogtland“ (31.10.2025)
https://www.ohb.de/news/ohb-uebernimmt-technisat-werk-in-schoeneck-im-vogtland
Sächsische Zeitung / saechsische.de (dpa) – „Rettung im letzten Moment: Raumfahrtgigant OHB übernimmt TechniSat-Werk im Vogtland“
https://www.saechsische.de/sachsen/rettung-im-letzten-moment-raumfahrtgigant-ohb-uebernimmt-technisat-werk-im-vogtland-PPXQTKXYBBGUBDKRNJICJNW3OI.html
ZEIT Online (dpa) – „Schließung abgewendet: Raumfahrtunternehmen übernimmt TechniSat-Werk im Vogtland“ (28.10.2025)
https://www.zeit.de/news/2025-10/28/raumfahrtunternehmen-uebernimmt-technisat-werk-im-vogtland
AGROLAB Group – Pressemitteilung „AGROLAB ausgezeichnet für höchste Kundenzufriedenheit 2025“
https://agrolab.com/de/aktuelles/agrolab-news/5426-auszeichnung-kundenzufriedenheit-2025.html
AGROLAB Group – Unternehmensinformationen
https://www.agrolab.com
AWV Dr. Busse GmbH – Standort- und Leistungsübersicht
https://www.awv-busse.de
Großer Preis des Mittelstandes (Organisator: Oskar-Patzelt-Stiftung) – Nominierungsliste 2025 (Region Ost)
https://www.mittelstandspreis.com
Kueba Electronic GmbH – Unternehmensseite, Leistungsprofil
https://www.kueba.de
Koehler Paper – Information zum Biomasse-Kraftwerk Greiz
https://www.koehlerpaper.com/de/unternehmen/standorte/greiz.php
Koehler Group – Nachhaltigkeits- und Energieinformationen (Biomasse, CO₂-Einsparung)
https://www.koehler.com/de/nachhaltigkeit/energie.php
Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge – Meldung „Pack-Trans ausgezeichnet im Umwelt- und Klimapakt Bayern“
https://www.landkreis-wunsiedel.de
Pack-Trans GmbH – Unternehmensseite, Umweltpakt Bayern Hinweis
https://www.pack-trans.de
Stapler Service Selb – Leistungsportfolio
https://staplerservice-selb.de
Bayerisches Landesamt für Umwelt – Umwelt- und Klimapakt Bayern
https://www.umweltpakt.bayern.de
Mathias Frey GmbH & Co. KG – Unternehmensprofil, Mittelstandspreis Bayern
https://www.mathiasfrey.de
Bayerischer Mittelstandspreis – Preisträgerübersicht 2025
https://www.mittelstandspreis-bayern.de
Heimatenergie FMB GmbH – Interkommunale Energiegesellschaft (ILE Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland)
https://www.ile-ma-bila.de/heimatenergie-fmb
Regierung von Oberfranken – „Unterstützer im Team Energiewende Bayern“ 2025
https://www.regierung.oberfranken.bayern.de
Spleenlab GmbH – Unternehmensseite (VISIONAIRY® Plattform)
https://www.spleenlab.ai
Thüringer Innovationspreis – Preisträger 2025, Kategorie „Digitales & Medien“
https://www.innovationspreis-thueringen.de
Quantum Systems – Übernahmeinformation Spleenlab
https://www.quantum-systems.com
Nach 20 Jahren Krieg, Krise und dem großen Ganzen journalistisch in das beschauliche Vogtland gewechselt. Ein Momentesammler und Geschichtenerzähler. Neugierig, nahe an den Menschen und manchmal ein bisschen frech. :) Autorenprofil/Vita
Zukunftsmacher – regionale Unternehmen, die 2025 Perspektiven geschaffen haben
