Titelfoto: Landratsamt Vogtlandkreis
Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt im Vogtlandkreis übernimmt eine zentrale Rolle beim gesundheitlichen Verbraucherschutz. Ein bedeutender Bestandteil dieser Arbeit ist die Trichinenuntersuchung, die seit inzwischen zehn Jahren im modernen Labor in Oelsnitz durchgeführt wird.
Bei einem Besuch vor Ort verschaffte sich der Beigeordnete und Leiter des Geschäftsbereichs I, Dr. Axel Steinbach, einen Einblick in die Arbeit des Labors. Gemeinsam mit Amtsleiterin und Amtstierärztin Dr. Anne Schilder sowie deren Team informierte er sich über die Abläufe der Untersuchungen. Lebensmittelkontrolleur Pierre Grünert demonstrierte dabei anhand eines praktischen Beispiels die Arbeitsschritte im Labor.
Trichinenlabor Vogtlandkreis untersucht Proben aus dem gesamten Landkreis
Im Trichinenlabor werden zentral alle Proben aus der Region analysiert. Dabei stammen die untersuchten Proben sowohl aus gewerblichen Schlachtstätten als auch von Jägern. Zu den Tieren, für die eine Untersuchung gesetzlich vorgeschrieben ist, gehören Schweine, Pferde sowie im Landkreis erlegte Wildschweine und Dachse.
Die Entnahme der Proben erfolgt in Schlachtbetrieben sowie bei Hausschlachtungen durch amtliche Tierärzte oder speziell geschulte Fachassistenten. Bei Wildtieren übernehmen geschulte Jäger die Probennahme. Über insgesamt acht Annahmestellen im Landkreis werden die Proben anschließend in das Labor transportiert.
Gesetzlich vorgeschriebene Analyse mittels Trichinen Digestionsmethode
Die Auswertung der Proben erfolgt nach der vorgeschriebenen Trichinen Digestionsmethode. Die Untersuchungen werden an allen Wochentagen außer mittwochs durchgeführt.
Nach Abschluss der Analyse erhalten unterschiedliche Beteiligte ihre Ergebnisse auf verschiedenen Wegen:
- Jäger können ihre Resultate über ein Online-Portal abrufen.
- Schlachtstätten sowie amtliche Tierärzte werden per E-Mail über die Ergebnisse informiert.
Trichinen – auch Trichinellen genannt – sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Diese Parasiten können im Muskelgewebe bestimmter Tierarten vorkommen. Wird befallenes Fleisch roh oder unzureichend erhitzt verzehrt, kann dies beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen. Die verpflichtende Untersuchung stellt deshalb einen wichtigen Schutzmechanismus dar, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und auszuschließen.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt
- 9864 Hausschweine,
- 39 Pferde sowie
- 2305 Wildschweine
untersucht.
Radiologische Untersuchung Wildschwein wegen Tschernobyl-Folgen
Außerdem werden im Vogtlandkreis auch radiologische Untersuchungen bei Wildschweinen durchgeführt. Hintergrund ist der Reaktorunfall von Tschernobyl, dessen Folgen auch Jahrzehnte später noch messbar sind. Am 26. April 2026 jährt sich das Ereignis zum 40. Mal.
In bestimmten Waldregionen Süddeutschlands ist radioaktiver Fallout weiterhin nachweisbar – dazu zählt auch der waldreiche Süden des Vogtlandkreises. Deshalb analysiert das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt zusätzlich Schwarzwild auf den radioaktiven Stoff Cs-137.
Innerhalb des festgelegten Pflichtuntersuchungsgebietes müssen erlegte Wildschweine vor dem Verkauf geprüft werden. Im Jagdjahr 2024/25 wurden insgesamt 756 Proben untersucht. Im Jahr 2025 lagen dabei 95,2 Prozent der analysierten Tiere unterhalb des geltenden Grenzwertes von 600 Becquerel pro Kilogramm.
Darüber hinaus werden auch Proben aus angrenzenden Gemeinden des Erzgebirgskreises sowie des Landkreises Zwickau analysiert. Für das Jahr 2025 wurden dabei keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt.
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Trichinenlabor: Wichtiger Schutz für Verbraucher und sichere Lebensmittel im Vogtland

