Nachrichten VogtlandSinfonische Klangvielfalt: Vogtland Philharmonie überzeugt mit anspruchsvollem Programm

Titelfoto: VPH
Hinter den vorgezeichneten Tönen den elementaren Kern eines Werks aufspüren und an anderer Stelle das in Unmengen Notierte so gewissenhaft wie möglich wiedergeben – beides verlangte das 7. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie am Mittwoch im Reichenbacher Neuberinhaus und am Freitag in der Greizer Vogtlandhalle. Die Forderungen wurden vom Orchester und seinem Kapellmeister Simon Edelmann ohne Fehl und Tadel eingelöst.

Bei der eingangs erklingenden „Manfred“-Ouvertüre Robert Schumanns, die verschiedentlich immer noch als dick instrumentiert und ein wenig zähflüssig angesehen wird, fand man Zugang zu den tief innen brodelnden Abgründen und Leidenschaften dieses Stücks, das dem rätselhaft unheimlichen englischen Faust gewidmet ist. Was für ein Beispiel sensiblen Musizierens!

Diese Qualität war nicht durchweg gefragt in Hans Rotts fast eine Stunde dauernder, erst vor wenigen Jahren wiederentdeckter E-Dur Sinfonie. Der früh verstorbene Wiener Altersgenosse Gustav Mahlers packte – als ahnte er sein Schicksal – alles, was er fühlte und konnte, in diese Takte. Dabei schonte er im Besonderen die Blechbläser nicht. Sie haben oft genug die Hauptlast der ausgedehnten, zielstrebig Richtung Fortissimo steuernden Kantilenen zu tragen.

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Edelmann widmete sich der Aufgabe mit bewundernswertem Enthusiasmus und Musik pur vermittelnden Armen, das Orchester ließ sich problemlos anstecken, das Publikum hielt seinerseits durch und spendete reichlich Beifall. Gleichfalls gebührend anerkannt wurde das von Joseph Moog beim 1. Klavierkonzert von Franz Liszt Geleistete. Das war eine von spieltechnischer Brillanz und feinem Klangsinn getragene Verbeugung vor dem unangefochtenen ungarischen Groß- und Lehrmeister, der sich vermutlich das Meiste, was er konnte, einst selbst beibrachte.

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Volker Müller
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