Manchmal entstehen die schönsten Geschichten dort, wo eigentlich gar nichts Neues geplant war. So auch in Plauen, wo sich ein paar Frauen dachten: „Warum eigentlich nur zuhören, wenn man selbst genauso gerne singt?“ – und schwupps war er da, der reine Frauen-Shantychor. Mit frischer Brise, einer Portion Humor und jeder Menge maritimer Leidenschaft haben die Shanty-nen die bis dato alleinige Bühne ihrer Männer geentert.
„Wir haben unsere Männer bei ihren Shantychor-Auftritten immer begleitet. Und sie machen das ja auch toll. Aber wir singen halt selber gerne“, erklären Petra Klemt und Jessica Dressel-Kowalzick lachend. Genau aus diesem Gedanken heraus haben sich 13 Frauen zusammengefunden und aus der Frauengruppe der Marinekameradschaft Plauen die Shanty-nen gegründet.
Das Debüt ließ nicht lange auf sich warten. Beim Sommerfest der Marinekameradschaft 2024 traten sie zum ersten Mal öffentlich auf. Statt einfach nur Seemannslieder nachzusingen, haben sie sich eine kleine Spezialität ausgedacht – bekannte Lieder aus Frauensicht neu zu texten. Ein augenzwinkernder Perspektivwechsel, der dem Publikum richtig gut gefällt.
Kein gemischter Shantychor in Sicht
Auch wenn es deutschlandweit gängige Praxis ist, dass Männer und Frauen gemeinsam in einem Chor singen – in Plauen bleibt das getrennt. Ein gemischter Shantychor sei weder für die Herren noch für die Damen eine Option, auch wenn andernorts der Nachwuchsmangel solche Lösungen nahelegt.
Der Haupt-Shantychor der Marinekameradschaft Plauen existiert übrigens schon sehr lange. Er wurde am 30. Mai 1992 ins Leben gerufen. Inmitten der rund 30 Männer ist nur eine Frau aktiv – Elke Ludwig, die musikalische Leiterin und zugleich Akkordeonistin.
Montag ist Probentag – mit Verstärkung der Herren
Mittlerweile ist die Zahl der Shanty-nen von den anfänglichen 13 auf 17 Frauen angewachsen. Jeden Montag treffen sie sich, um gemeinsam ihre Stimmen erklingen zu lassen. Ganz ohne männliche Unterstützung geht es dann aber doch nicht. Zwei Herren begleiten den Chor musikalisch – einer am Akkordeon und einer an der Gitarre.
Wie viel Freude die Damen an ihrem Projekt haben, wurde besonders deutlich bei der zweiten Auflage von Schmidt’s Nacht. Dort stellten sie die Talkgäste musikalisch vor und überraschten auch mit einem Ständchen für den Vogtlandstreicher: „Überall sind wir gewesen, kommen immer spät nach Haus. Seit wir Vogtland Streicher lesen, gehen wir jeden Abend aus. Willst auch du nicht alleine sein, komm doch heute mit uns mit. Ich jedenfalls weiß genau wo ich hingehe, ich gehe zum Schmidt.“
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