Nachrichten VogtlandQuartier 30: Analog-Astronautin liest und beim HutznTisch kommt Holz unter die Nähmaschine

Titelfoto: OeWF, Florian Voggeneder, Knesebeck Verlag
Mission zum Mars? Eine Frau aus Sachsen war Teil der Vorbereitungen. Anika Mehlis ist Analog-Astronautin. 2018 wurde sie vom Österreichischen Weltraum Forum ausgewählt und ausgebildet. Sie nahm 2021 und 2024 an simulierten Mars-Missionen in der Negev-Wüste in Israel sowie in Armenien teil. Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit hilft sie dabei zu erforschen, wie Menschen unter extremen Bedingungen leben, arbeiten und zusammenarbeiten.

Was ist eine Analog-Astronautin?

Der Begriff Analog-Astronaut beschreibt Wissenschaftler, die Weltraummissionen auf der Erde simulieren. In speziell entwickelten Habitaten – oft in abgelegenen Regionen – werden Bedingungen geschaffen, die denen auf dem Mars oder Mond möglichst nahekommen. Diese Simulationen sind essenziell für Organisationen wie die NASA und die ESA, um bemannte Missionen sicher und effizient zu gestalten.

Typische Bestandteile solcher Missionen:
  • Leben in Isolation über Wochen oder Monate
  • Strenge Ressourcenbegrenzung
  • Simulation von Außeneinsätzen
  • Verzögerte Kommunikation mit „der Erde“
  • Forschung zu Teamdynamik und Stressresistenz
„Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt“ – Ein Blick hinter die Kulissen

In ihrem Buch „Wo die Zukunft der Raumfahrt beginnt“ verbindet Anika Mehlis persönliche Erlebnisse mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Man kann erfahren, wie sich der Alltag in einer Mars-Simulation anfühlt, welche Herausforderungen Isolation und Enge mit sich bringen und wie Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen werden. Das Buch richtet sich nicht nur an Raumfahrt-Enthusiasten, sondern auch an alle, die sich für Zukunftsthemen, Psychologie und menschliche Leistungsfähigkeit interessieren.

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Veranstaltung: Lesung mit Dr. Anika Mehlis und HutznTisch

Am Donnerstag, 16. April um 19 Uhr liest sie im Quartier 30 in Plauen aus ihrem Buch und gibt persönliche Einblicke in ihre außergewöhnliche Arbeit. Der Eintritt kostet fünf Euro. Eine Platzreservierung wird empfohlen.

Schon vorher findet an diesem Tag von 16 bis 18 Uhr der zweite HutznTisch unter dem Motto “Holz als Textil” statt. Das ist ein offener Treff, der monatlich an wechselnden Orten stattfindet. Ein Ort zum Reparieren, Stricken, Werkeln, Ratschen, Pläne schmieden und Zusammensitzen.

Clara Sauerbrey und Hanna Bayer von Holzgestaltung der Fakultät Angewandte Kunst aus Schneeberg berichten an diesem Nachmittag von ihren Experimenten mit Holz als textilem Werkstoff. Holz ist im textilen Kontext höchstens als Nadelspiel beim Stricken bekannt – doch warum nicht das Material selbst verstricken oder vernähen? Sie verarbeiten Holz mit der Nähmaschine, kombinieren es mit anderen Naturmaterialien und entwickeln daraus Korb-Objekte und Urnen. Im Anschluss gibt es Raum und Zeit zum gemütlichen Zusammensitzen und ins Gespräch Kommen oder zum Werkeln.

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