Nachrichten Vogtland„Jahreszeiten“ am Theater Hof: Wenn Vivaldi aus der Reihe tanzt

Licht auf für das große Kreisen: Mit „Jahreszeiten“ feiert am Samstag, 24. Oktober 2026, um 19.30 Uhr ein zweiteiliger Ballettabend im Großen Haus des Theaters Hof Uraufführung. Choreographin Christina Comtesse bringt den Wandel der Natur und die Wechselspiele des Lebens auf die Bühne. Die musikalische Bewegung dazu liefern Max Richter, Antonio Vivaldi und jene Spannung, die entsteht, wenn Vertrautes plötzlich neue Schritte wagt.

Den Abend bestreiten „Four Seasons Recomposed by Max Richter“ und „Persephone zwischen Schatten und Licht“. Zwei Teile, ein gemeinsamer Pulsschlag: Alles verändert sich. Und jeder Abschied trägt die Möglichkeit eines Anfangs in sich.

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„Four Seasons“: Barock trifft auf Gegenwart

Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ haben ihren festen Platz im musikalischen Gedächtnis. Doch was geschieht, wenn sich die vertrauten Konturen verschieben? Wenn ein Motiv kurz aufleuchtet, um gleich wieder in einer anderen Klangfarbe zu verschwinden?

Der britische Komponist Max Richter hat Vivaldis Werk neu zusammengesetzt. Barocke Strukturen begegnen zeitgenössischen Klangwelten, Wiedererkennen wechselt mit Überraschung. Die Musik schlägt einen Bogen zwischen Erinnerung und Erneuerung – und gibt dem Tanz reichlich Spielraum.

Christina Comtesse übersetzt diese Spannung in eine Choreographie zwischen klassischem Gestus und moderner Bewegung. Präzision trifft auf Freiheit, Form auf Gefühl. Dabei führt die Reise durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter zugleich durch menschliche Lebensphasen: Aufbruch und Entfaltung, Veränderung und Vergänglichkeit geben den Takt vor. So wird der Jahreslauf zur Partitur eines Lebens. Mal drängt alles nach vorn, mal verlangt der Moment nach Innehalten.

Persephone tanzt zwischen Schatten und Licht

Im zweiten Teil wechselt der Ballettabend ins mythische Fach. „Persephone zwischen Schatten und Licht“ widmet sich dem Werden und Vergehen, dem Verlust und der Wiederkehr. Die Bewegung der Natur findet hier ihr menschliches Echo: Was bedeutet es, loszulassen? Was bleibt in der Dunkelheit? Und wie findet die Hoffnung zurück ins Licht? Der Tanz greift diese Themen auf und macht den Wechsel der Jahreszeiten zum Bild für Abschied und Neubeginn.

Wo zuvor Vivaldis Motive in Richters Bearbeitung neue Wege nehmen, rückt nun die mythische Erzählwelt in den Mittelpunkt. Beide Teile verbindet die Frage, wie Veränderung Gestalt annimmt – im Klang, im Körper und im Leben.

Wer vor dem ersten Auftritt tiefer ins Werk einsteigen möchte, kann die Werkeinführung um 18.45 Uhr besuchen. Sie beginnt jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung.

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Termin: Samstag, 24. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Spielort: Theater Hof, Großes Haus
Werkeinführung: 18.45 Uhr
Informationen und Karten: „Jahreszeiten“ am Theater Hof

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Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.

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