Nachrichten VogtlandGeflügelpest im Saale-Orla-Kreis: Virus bei Schwänen im Plothener Teichgebiet nachgewiesen

Nach mehreren Meldungen aus unterschiedlichen Regionen Thüringens gibt es nun auch bestätigte Fälle der Geflügelpest im Saale-Orla-Kreis. Das Virus der Aviären Influenza wurde bei zwei Schwänen nachgewiesen, die vergangene Woche von Mitarbeiterinnen der Tiergesundheitskontrolle des Landratsamtes im Plothener Teichgebiet eingesammelt wurden.

Damit reiht sich der Saale-Orla-Kreis in eine Serie aktueller Funde ein – direkte Konsequenzen für Geflügelhalter ergeben sich daraus jedoch nicht automatisch.

Keine verpflichtenden Maßnahmen für Geflügelhalter

Aus Sicht des zuständigen Veterinäramts besteht nach den aktuellen Wildvogelfunden kein unmittelbarer Handlungsbedarf für Betriebe mit Geflügelhaltung. Amtstierarzt Dr. Ingo Franz stellt klar: „Wird das Virus bei Wildvögeln festgestellt, ergibt sich daraus keine zwangsläufige Notwendigkeit für weiterführende Maßnahmen. Geflügelhalter können eigenverantwortlich zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen, aber es gibt keine Festlegungen durch das Veterinäramt.“ Damit bleibt es den Tierhaltern selbst überlassen, vorbeugende Schritte einzuleiten. Verbindliche Anordnungen seitens der Behörden gibt es aktuell nicht.

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Aufstallungspflicht in Thierbach bleibt bestehen

Unverändert gilt allerdings die Aufstallungspflicht in einem Radius von einem Kilometer rund um den Geflügelhof im Remptendorfer Ortsteil Thierbach. Diese Maßnahme bleibt weiterhin in Kraft.

Wie gravierend die Folgen sein können, sobald die Geflügelpest größere Bestände erreicht, zeigt ein aktueller Fall im Kyffhäuserkreis: Dort musste eine komplette Putenmast mit 10.500 Tieren unter amtlicher Aufsicht gekeult werden.

Weitere Funde im Plothener Teichgebiet

Parallel dazu macht das Veterinäramt des Saale-Orla-Kreises darauf aufmerksam, dass insbesondere im Plothener Teichgebiet regelmäßig verendete Tiere entdeckt werden. Erst am vergangenen Donnerstag wurden dort ein weiterer Schwan sowie eine Stockente durch das Landratsamt geborgen. Gerade Spaziergänger stoßen in diesem Areal immer wieder auf tote Vögel, was angesichts der aktuellen Lage keine Seltenheit ist.

Nicht jeder Kadaver kann zeitnah eingesammelt werden. Teilweise verbleiben die verendeten Tiere vor Ort, da die Bedingungen eine sichere Bergung erschweren. Franz erläutert die Situation: „Das Bergen der toten Tiere gestaltet sich schwierig, da die teils abgelassenen Teiche sehr schlammig, nur zum Teil gefroren und nur mit Flachwasser gefüllt sind.“ In solchen Fällen wäre eine Bergung lediglich mit erheblichem personellen Aufwand und unter erhöhtem Risiko für die Einsatzkräfte möglich. Aus diesem Grund können nicht alle verendeten Tiere sofort aufgenommen werden.

Die Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, verendete Wildvögel nicht anzufassen und entsprechende Funde dem Veterinäramt zu melden.

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