Nachrichten VogtlandFeuerwehrstatistik Saale-Orla-Kreis 2025: Mehr als 15.000 Einsatzstunden im Jahr

Titelfoto: FFW Triptis
Die aktuelle Feuerwehrstatistik des Saale-Orla-Kreis aus 2025 zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und anspruchsvoll die Aufgaben der Einsatzkräfte im vergangenen Jahr waren. Hinter den erfassten Daten steht vor allem eines: ein enormes ehrenamtliches Engagement zahlreicher Kameradinnen und Kameraden, die rund um die Uhr für Sicherheit sorgen.

Die personelle Situation blieb im Vergleich zu 2024 stabil. In insgesamt 56 Wehren mit 131 Standorten leisten derzeit 2416 aktive Mitglieder ihren Dienst. Besonders positiv entwickelt sich weiterhin der Anteil von Frauen innerhalb der Einsatzabteilungen, der nun bei 246 liegt. Auch die Nachwuchsarbeit zeigt Wirkung: In 39 Jugendfeuerwehren engagieren sich aktuell 611 junge Menschen – ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus bleiben 739 Mitglieder den Alters- und Ehrenabteilungen treu.

Technische Hilfeleistung als zentraler Einsatzbereich

Ein klarer Schwerpunkt lag im Bereich Technische Hilfeleistung. Insgesamt wurden 1140 Einsätze dieser Art registriert – etwas weniger als im Jahr zuvor. Die Details der THL Einsätze zeigen die Bandbreite der Aufgaben:

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  • 288 Einsätze zur Unterstützung des Rettungsdienstes
  • 216 Verkehrsunfälle
  • 173 Ölspuren
  • 164 Unwetterschäden
  • 166 Hilfeleistungen für Personen in Notlagen

Es konnten 152 Menschen gerettet werden, vor allem nach Verkehrsunfällen. Für 39 Personen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Bei Brandeinsätzen wurden insgesamt 26 Menschen verletzt, Todesopfer gab es dabei glücklicherweise nicht.

Rückgang bei Bränden – dennoch fordernde Einsatzlagen

Die Brandstatistik weist für 2025 insgesamt 265 Brände aus, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt. Dennoch blieb die Situation anspruchsvoll. 25 dieser Einsätze wurden als Großbrände klassifiziert. Das bedeutet, dass mehr als drei C-Strahlrohre mit jeweils bis zu 200 Litern Durchfluss pro Minute eingesetzt werden mussten. Zu den besonders prägenden Ereignissen zählten:

  • der Dachstuhlbrand in der Innenstadt von Pößneck
  • der Brand des Mooshäuschens in Wilhelmsdorf
  • ein Waldbrand auf der Saalfelder Höhe, bei dem auch Kräfte aus dem Landkreis unterstützend im Einsatz waren
Neue Herausforderungen durch e-Call Fehlalarm und moderne Technik

Ein zunehmendes Problem stellt der e-Call Fehlalarm dar. Automatisierte Notrufsysteme in Fahrzeugen sowie Handyalarme führen vermehrt zu unnötigen Alarmierungen der Einsatzkräfte. Um solche Fehlalarme zu vermeiden, wird empfohlen mobile Geräte bei sportlichen Aktivitäten oder Fahrten im Gelände möglichst erschütterungsarm zu nutzen. Außerdem sollte die Software von Fahrzeugen und Smartphones regelmäßig aktualisiert werden, da die Algorithmen zur Unfallerkennung kontinuierlich verbessert werden

Der Kreisbrandinspektor Uwe Tiersch erklärt dazu: „Falls der e-call des Fahrzeugs oder Smartphones doch versehentlich auslöst und einen Notruf absetzt, legen Sie nicht gleich auf, sondern warten Sie, bis die Verbindung zur Rettungsleitstelle hergestellt ist und erklären Sie kurz, dass es sich um ein Versehen handelt. Nur so kann der Einsatz abgebrochen werden, bevor die Feuerwehren ausrücken.“

Tausende Stunden ehrenamtlicher Einsatz für die Region

Die Statistik macht auch den enormen zeitlichen Aufwand deutlich. Insgesamt wurden 1346 Einsätze bewältigt. Dafür leisteten die Einsatzkräfte mehr als 15.000 Stunden aktiven Dienst. Zusätzlich kamen 7700 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hinzu.

Landrat Christian Herrgott (Saale-Orla-Kreis) würdigt diesen Einsatz mit klaren Worten: „Dieses herausragende und selbstlose Engagement unserer Kameradinnen und Kameraden verdient größten Respekt und Anerkennung und ich möchte allen ehrenamtlich Engagierten dafür herzlich Danke sagen.“

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