Titelfoto: privat
Ein sanfter Wind streicht durch die Baumwipfel, das Licht fällt flimmernd durch das dichte Grün, und irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart beginnt eine Melodie zu entstehen. Genau aus diesem Moment heraus wächst „Leise weht der Wind“, das neue Werk des Alpenharmonikus Markus Thrum, das tief in der Natur und in persönlichen Erinnerungen verwurzelt ist.
Das Stück schließt an das Musikvideos „Die Kämmera“ (2025) an. Der Ursprung des Songs reicht zurück zum 21. August 2024. Während der Aufnahmen zum Video entstand im Tänner Wald eine Idee, die später zu einem vollständigen Lied werden sollte.
Die Geräusche der Natur – insbesondere das leise Rauschen der Bäume – lieferten den entscheidenden Impuls. In einer Umgebung, die eng mit der eigenen Kindheit verbunden ist, wurden Erinnerungen und Emotionen wachgerufen, die in musikalische Gedanken mündeten. “Bereits zu diesem Zeitpunkt formte sich eine erste Melodie im Kopf”, erinnert sich Thrum.
“Die ersten Demos nehme ich mit dem Handy auf. Dabei spiele ich mit der Harmonika die grobe Melodie ein. Somit habe ich immer einen Liedschnipsel dabei, den ich jederzeit nochmal anhören kann, gerade auch dann, wenn mir unterwegs zum Text etwas einfällt”, sagt der Thüringer. Danach erfolgt die Abstimmung von Gesang und Harmonika und die Aufnahmen.
Ein entscheidender Qualitätstest erfolgt im Auto. ” Nur wenn der Song dort überzeugt, gilt er als fertig. Der gesamte Prozess dauert in der Regel ein bis zwei Wochen, da ich vollständig selbst produziere”, erklärt Markus Thrum.
Die ersten Zeilen entstanden spontan und blieben unverändert: “Hörst du, der Wind singt heut’ ein Lied
Hörst du die Bäume? Sie singen alle mit…” Ende August war gerade Heusaison in Tanna. Sogar dabei tüftelte er an der zweiten Strophe und ging gedanklich immer wieder verschiedene Ideen durch, aber nichts wollte so richtig passen.
Dann wurde es 18 Uhr, der Traktor war aus, das Heu war in der Scheune. Und wie es noch immer in Tanna üblich ist, hört man die Kirchenglocke aus der Ferne läuten. “Da stand ich auf der Wiese, bei strahlendem Sonneschein, blauem Himmel, schaute zur Kirche rüber und wusste: “Das ist es!”. Die Glocke muss in das Lied”, erinnert er sich.
Für den Alpenharmonikus bedeutet deutsche Volksmusik mehr als traditionelle Klischees. Die Haltung von Thrum dazu ist klar formuliert: Authentizität steht über allem.
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Alpenharmonikus: “Leise weht der Wind” durch den Tänner Wald im Saale-Orla-Kreis

