Titelfoto: S. Rössel
Die Türen sind geschlossen. Container stehen vor dem Eingang. An der Leibnizstraße beginnt die bauliche Umsetzung eines Projekts, das seit mehreren Jahren vorbereitet wird. Der bestehende Penny-Markt wird abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Bereits seit 2022 arbeiten der Projektentwickler Institut für Immobilien-Consulting GmbH (IIC) und die Stadt Plauen gemeinsam an der Neuausrichtung. Zahlreiche Detailfragen mussten geklärt werden, bevor die Stadtverwaltung und der Stadtrat dem Gesamtkonzept sowie dem Verkauf einer benötigten Teilfläche des angrenzenden Grundstücks zustimmen konnten.
„Ohne die kompetente und sehr lösungsorientierte Zusammenarbeit mit dem Bereich Stadtplanung und den Mitarbeitenden unter der Leitung von Markus Löffler und mit Unterstützung durch Baubürgermeisterin Kerstin Wolf hätten wir diese Qualität der Nahversorgung in der Südvorstadt sonst nie erreicht“, so Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der IIC.
In diesen Prozess waren unter anderem auch die Wohnbaugesellschaft Plauen sowie die Plauener Straßenbahnbetriebe eingebunden. Ein besonders praxisnahes Detail zeigt den Grad der Abstimmung: Selbst die Räder der neuen Einkaufswagen wurden so konzipiert, dass Kundinnen und Kunden mit voll beladenem Wagen die Straßenbahngleise queren können, ohne stecken zu bleiben.

Externe Dienstleister als Zeitfaktor im Projektverlauf
Nicht alle Aspekte des Projekts ließen sich reibungslos umsetzen. Laut IIC lag der größte Zeitverlust weniger in den inhaltlichen Sachfragen, sondern vielmehr in der Abstimmung mit externen, aus der Verwaltung ausgegliederten Dienstleistern. „Was uns sehr viel Zeit gekostet hat, waren weniger die Sachfragen rund um das Projekt. Ein echtes Problem waren teilweise externe, aus der Verwaltung ausgegliederte Dienstleister. So hat allein die Klärung des Elektroanschlusses über die Verteilnetz Plauen GmbH Monate in Anspruch genommen, obwohl das technisch wie sachlich die einfachste Fragestellung des gesamten Projektes war.“ Gleichzeitig hebt Hoffmann positive Beispiele hervor: „Sensationell, mit welcher Geschwindigkeit beispielsweise das zuständige Grundbuchamt in Verbindung mit dem Plauener Notar arbeitet, bei dem alle Verträge verhandelt und beurkundet wurden“.
Trotz der Widrigkeiten blieb das Planungsteam fokussiert. Neben dem vom Eigentümer beauftragten Generalplaner Planung & Service aus Ansbach, der unter anderem für den neuen Baukörper und die kreisrunde Parkplatzanlage verantwortlich ist, wurden gezielt lokale Fachbüros eingebunden. So verantwortet bp Bauplanung Plauen sowohl die Grünanlagenplanung als auch den erforderlichen Grünausgleich. Das komplexe Entwässerungskonzept wurde vom Ingenieurbüro IBB Bräunel aus Plauen erarbeitet.
Ambitionierter Zeitplan für den Penny Neubau
Abhängig von der Witterung beginnen nun vorbereitende Arbeiten, sodass die Neueröffnung im vierten Quartal 2026 geplant ist.
Der neue Markt entsteht auf rund 1350 Quadratmetern Verkaufs- und Nutzfläche. Ergänzt wird er durch 60 Kfz-Stellplätze auf einer kreisrunden Parkplatzanlage – ein Novum für alle Projektbeteiligten.
Die Wendeschleife der Straßenbahnlinie 5 sowie die bestehende Haltestelle bleiben unverändert erhalten und verlaufen weiterhin direkt um die Parkplatzanlage. Zusätzlich ist der Standort über die Buslinien 90 und 99 an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Fahrradstellplätze runden das Mobilitätskonzept ab.
Die Realisierung des Projekts erfolgt durch Penny selbst. Der bisherige Eigentümer – ein Family Office aus Baden-Württemberg – hat die Immobilie inklusive des neuen Konzepts und sämtlicher Grundstücke an die REWE Group übergeben. Oberbürgermeister Steffen Zenner erklärt: „Großen Dank gilt dem Projektentwickler Institut für Immobilien-Consulting GmbH, aber auch Penny für die zukunftsweisende Entscheidung, die Nahversorgung im Plauener Süden zu attraktivieren und vor allem dauerhaft zu sichern.“
Artikel vom März 2025: Penny-Markt Südvorstadt: Erweiterung des Lebensmittelmarktes in Plauen geplant
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