Titelfoto: Warner Bros
Emerald Fennells Neuverfilmung von „Sturmhöhe – Wuthering Heights“ ist kein behutsames Literaturdrama, sondern eine deutliche, eigenwillige Interpretation des Klassikers. Von der ersten Minute an spürt man, dass hier weniger die Nacherzählung im Mittelpunkt steht, sondern die emotionale Wucht der Beziehung zwischen Catherine und Heathcliff. Der Film setzt auf Atmosphäre, auf Nähe, auf Intensität – und nimmt sich dabei spürbare Freiheiten.
Die Geschichte bleibt im Kern vertraut: eine obsessive, zerstörerische Liebe, die in den rauen Moorlandschaften Englands ihren Ursprung findet. Doch Fennell konzentriert sich stark auf die körperliche und emotionale Unmittelbarkeit zwischen den Figuren, während gesellschaftliche Hintergründe und Nebenhandlungen in den Hintergrund rücken. Dadurch wirkt der Film direkter, aber auch reduzierter.
Visuell ist diese „Sturmhöhe“ beeindruckend. Die Bilder sind kraftvoll, die Landschaften weit und unbarmherzig, das Licht oft düster und zugleich poetisch. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass die starke Bildsprache manchmal mehr erzählt als die Figuren selbst, deren innere Konflikte nicht immer die Tiefe erreichen, die man aus dem Roman kennt.
Margot Robbie als Catherine und Jacob Elordi als Heathcliff tragen den Film mit spürbarer Präsenz. Ihre Chemie ist intensiv, ihre Begegnungen sind aufgeladen und oft von einer fast schmerzhaften Spannung geprägt. Dennoch bleibt ihre Beziehung stellenweise eher Behauptung als Entwicklung.
Der Film will fühlen lassen, nicht erklären. Er verzichtet auf ausgedehnte psychologische Ausarbeitung und setzt stattdessen auf Stimmung und Energie. Das sorgt für starke Momente, lässt aber Raum für den Eindruck, dass manche emotionale Entscheidung zu abrupt oder zu wenig vorbereitet wirkt.
Fazit:
„Sturmhöhe – Wuthering Heights“ ist eine bildgewaltige, moderne Interpretation eines Literaturklassikers, die mehr auf Leidenschaft als auf literarische Genauigkeit setzt. Wer sich auf diese konzentrierte, atmosphärische Version einlässt, bekommt ein intensives Kinoerlebnis – wer eine werkgetreue, tief ausgeleuchtete Romanverfilmung erwartet, dürfte zwiegespalten aus dem Saal gehen.
Der Vogtlandstreicher verleiht 3 von 5 Punkten.


Altersfreigabe: 16
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2026
Genre: Drama, Liebesfilm
Emerald Fennells „Wuthering Heights“ ist eine mutige und originelle Interpretation einer der größten Liebesgeschichten aller Zeiten. Margot Robbie als Cathy und Jacob Elordi als Heathcliff stehen dabei im Mittelpunkt einer epischen Geschichte von verbotener Liebe, die sich von romantischer Sehnsucht zu einem berauschenden Strudel aus Lust, Leidenschaft und Wahnsinn steigert. In weiteren Rollen spielen Hong Chau, Shazad Latif, Alison Oliver, Martin Clunes und Ewan Mitchell mit. Fennell leitete die Regie nach einem von ihr selbst verfassten Drehbuch. Sie produzierten den Film gemeinsam mit dem osey McNamara und Robbie. Tom Ackerley und Sara Desmond übernahmen die ausführende Produktion. Hinter den Kulissen arbeitete Fennell mit einigen langjährigen Weggefährten zusammen, darunter der Kameramann Linus Sandgren, Produktionsdesignerin Suzie Davies, Redakteurin Victoria Boydell, die preisgekrönte Casting-Direktorin Kharmel Cochrane und der Komponist Anthony Willis. Jacqueline Durran zeichnete für die Kostüme verantwortlich. Die Original-Songs stammen von Charli XCX.
- Regie: Emerald Fennell
- Verleih: Warner Bros. Pictures
Nach 20 Jahren Krieg, Krise und dem großen Ganzen journalistisch in das beschauliche Vogtland gewechselt. Ein Momentesammler und Geschichtenerzähler. Neugierig, nahe an den Menschen und manchmal ein bisschen frech. :) Autorenprofil/Vita
“Sturmhöhe – Wuthering Heights”: Schöne Bilder, wilde Liebe – aber reicht das?
