Dass für Erfolg der Wille allein nicht reicht, sondern auch Zufall und Glück eine Rolle spielen, darüber könnte Helge Wiegand durchaus einen Song komponieren. Denn bevor der gebürtige Wilhelmshavener seine Musik vor Publikum zu Gehör brachte, dauerte es.
„Ich durfte zwar als Kind ein Instrument lernen, aber meine Eltern haben mich regelrecht zum Orgelunterricht getrieben. Besonderen Spaß hat mir das nicht immer bereitet“, erinnert er sich heute lachend. Nicht zuletzt durch Depeche Mode entdeckte er seine Affinität zu Synthesizern, und so geschah es, dass er sich als 13-Jähriger ein Keyboard zulegte. Schnell spürte er eine gewisse Eindimensionalität, also musste eine Workstation her.
Erste Kompositionen und Band-Erfahrungen
Und so entstanden die ersten Instrumentalstücke, die Geschichten erzählten. „Ich schrieb über Kinder, die Albträume hatten, oder auch den Krieg im Kosovo. Mit 15 habe ich dann das erste Mal gesungen“, erzählt Wiegand, der erste Erfahrungen in einer Rock-Pop-Band sammelte. Er lernte Versicherungskaufmann, studierte Betriebswirtschaft und ging nach Köln. Die Bühnensehnsucht schlummerte immer in ihm.
Wendepunkt zum 40. Geburtstag
Erst sein 40. Geburtstag brachte eine einschneidende Veränderung. „Meine damalige Freundin schenkte mir einen Auftritt von Torben Wendt, dem Frontmann von Diorama, von denen ich großer Fan war. Erst gab es ein paar Stücke von ihm solo, und am Ende durfte ich mit ihm zusammen Musik machen. Das war ein unglaublicher Moment für mich. Bei der Verabschiedung sagte Torben dann, dass man sich bestimmt wiedersehe“, erinnert sich Helge Wiegand auch heute noch ganz genau an jeden Augenblick.
Einstieg bei Diorama und Festivalauftritte
Und so kam es dann auch. Gut ein halbes Jahr später kam die Anfrage, ob er für den Keyboarder Felix Marc einspringen wolle. Bis der Wahl-Kölner das realisierte, dauerte es kurz. Und so stand er 2014 mit der Band, von der er echter Fan war, auf der Bühne beim Blackfield-Festival. Es folgten als Backup einige Konzerte, und so sammelte er seine Bühnenerfahrung gleich auf einem höheren Level.
Solokarriere und Bandprojekte
Vier Jahre später veröffentlichte er unter Wiegand das erste digitale Album „Released“. Doch ganz allein auf der Bühne stehen, konnte er sich nicht vorstellen. Und so war es einer fast zufälligen Begegnung geschuldet, das das Projekt zum Duo wurde. Inzwischen gab es einige Auftritte der Synthpop/Darkwave-Band, die aus Helge Wiegand (Songwriting, Produktion und Gesang) und Jens Domgörgen (Live-Support, Social Media und Booking) besteht. Wiegand ist neben seinen gelegentlichen Gastspielen bei Diorama festes Bandmitglied bei T.O.Y.. Domgörgen moderiert seit vielen Jahren große Szenefestivals wie das Amphi Festival und war früher Keyboarder bei X-Divide.
Weitere Veröffentlichungen und Tourneen
Infolge gab es einige Single-Veröffentlichungen, aber auch Remixe für Solitary Experiments („Every Now and Then“) und Mental Discipline („Empty“). Es folgte ein zweites Album und der Auftritt als Vorband für Peter Heppner. Daran wird nun angeknüpft. Mitte April startet der Tourbus von Stadt zu Stadt als Support bei der aktuellen Heppner-Tour. Aber auch ein paar weitere Festival-Termine stehen für die Band in den nächsten Monaten an.
Nachgefragt bei…Helge Wiegand
Lieblingsessen: Königsberger Klopse |
Lieblingsmusik: Pianomusik, Ludovico Einaudi, Diorama |
Lieblingswort: Kreativität |
Lieblingsort: Zuhause |
Lieblingsmoment: …mit der Familie zusammen |
Mehr zur Band und den Tourdaten HIER.
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