Es gibt Bücher, die liest man. Und es gibt Bücher, die man erlebt. „Sachsen – Hofläden & Manufakturen“ von Manja Reinhardt gehört zur zweiten Kategorie – und ist damit weit mehr als ein klassischer Reiseführer. Wer sich für regionale Produkte in Sachsen, nachhaltigen Genuss, Hofläden und traditionelles Handwerk interessiert, findet hier nicht nur Inspiration, sondern echte Geschichten, die berühren.
Auf 128 Seiten entfaltet sich eine sinnliche Reise durch Sachsen, die zeigt, wie viel Herzblut, Wissen und Identität in kleinen Betrieben steckt. Das hochwertig fadengeheftete Hardcover (16,90 €, erschienen im März 2026 im Wartberg Verlag) vereint sorgfältig ausgewählte Orte, authentische Einblicke und Fotografien zu einem Gesamtbild, das neugierig macht und gleichzeitig entschleunigt.

Warum dieses Buch mehr ist als ein klassischer Reiseführer
Was dieses Buch so besonders macht, ist seine Nähe. Statt oberflächlicher Empfehlungen taucht die Autorin tief ein – in versteckte Hofläden abseits touristischer Routen, in liebevoll geführte Familienbetriebe und in Manufakturen, die seit Generationen ihr Wissen bewahren. Hier entstehen keine austauschbaren Produkte, sondern Dinge mit Charakter: handgeschöpfte Schokolade, duftende Kräuterseifen, filigrane Plauener Spitze oder kunstvolle Holzengel.
Auch Tipps rund um verschiedene Ausflugsziele und Veranstaltungen kommen nicht zu kurz, denn Sachsen ist zudem eine beliebte Ferienregion. Enthalten sind eine Übersichtskarte der Region sowie ein umfangreiches Register, das nach Orten, Betrieben, Produkten und Aktivitäten geordnet ist.
Beim Lesen entsteht schnell ein Gefühl, als würde man selbst durch die Höfe schlendern: der Duft von frischem Brot, das leise Klappern von Werkzeug, Gespräche mit Menschen, die ihre Arbeit nicht nur ausüben, sondern leben. Genau dieses authentische Erleben macht das Buch zu einem echten Geheimtipp für alle die bewusst einkaufen möchten.
Ausflugsziele in Sachsen neu entdecken – Inspiration für Genießer
Besonders wertvoll sind die persönlichen Einblicke der Autorin, die das Buch wie ein Reisetagebuch wirken lassen. „Landwirtschaft ist eben nicht nur ein Wirtschaftszweig. Sie ist Landschaftsgestaltung, Kulturgeschichte, Klimafrage und ethische Debatte zugleich“, erklärt Manja Reinhardt im Interview.
„Ich war von der Vielfalt absolut begeistert. Damit hatte ich im Vorfeld nicht gerechnet“, sagt die Autorin. Diese Begeisterung überträgt sich unmittelbar auf die Leserinnen und Leser. Man beginnt, vertraute Dinge neu zu sehen – und schätzt plötzlich auch das Einfache wieder. Das Buch verändert Perspektiven. Aus einem Produkt wird eine Geschichte, aus einem Einkauf ein bewusster Moment, aus einer Region ein Stück Heimat.
Damit richtet sich „Sachsen – Hofläden & Manufakturen“ an alle, die nachhaltiger leben möchten, regionale Erzeuger unterstützen wollen oder einfach auf der Suche nach besonderen Ausflugszielen in Sachsen sind. Es ist ein Buch für Genießer, Entdecker und Menschen, die sich wieder stärker mit der Herkunft ihrer Lebensmittel und Produkte verbinden möchten.

Interview mit Manja Reinhardt: Ein persönlicher Blick hinter die Kulissen
Manja Reinhardt lebt in Leipzig und schreibt als freie Autorin mit Schwerpunkt Kultur und Reise. In ihren Büchern spürt sie den besonderen Orten ihrer Heimat nach.
Welche Erfahrungen mit den Themen der regionalen Produktion, dem Tierwohl, der Nachhaltigkeit und der Landwirtschaft hatten Sie bereits vor dem Buch?
Als ich begonnen habe, mich intensiver mit den Themen regionale Produktion, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft auseinanderzusetzen, war das kein Sprung ins Unbekannte. Vieles davon hat mich schon lange privat begleitet. Wer produziert unsere Lebensmittel? Unter welchen Bedingungen? Wie viel Regionalität ist tatsächlich möglich? All diese Fragen haben mich schon lange im Alltag beschäftigt. Umso schöner, dass ich durch das Buch einen genaueren Blick auf die Hofläden und Manufakturen werfen konnte. Aber das Schreiben hat mir noch einmal gezeigt, wie sehr alle doch Themen miteinander verflochten sind. Landwirtschaft ist eben nicht nur ein Wirtschaftszweig. Sie ist Landschaftsgestaltung, Kulturgeschichte, Klimafrage und ethische Debatte zugleich.
Was war das beeindruckendste Erlebnis während Ihrer Recherche? Gab es eine Geschichte, die Sie besonders berührt hat?
Das eine beeindruckende Erlebnis gab es gar nicht, es war vielmehr die gesamte Recherche, die mich sehr beeindruckt hat. Ich war von der Vielfalt der Angebote absolut begeistert. Damit hatte ich im Vorfeld nicht gerechnet. Daher kann aber auch das Buch nur einen kleinen Ausschnitt zeigen. Besonders beeindruckt haben mich aber die zahlreichen kleinen Höfe, die oft im Nebenerwerb tätig sind und neben ihrem Hauptjob noch soviel leisten.
Gab es einen Hof oder eine Manufaktur, die Sie überrascht hat – sei es durch ein außergewöhnliches Produkt oder eine besondere Philosophie?
Am meisten war ich von der großen Bandbreite der Hofläden und Manufakturen begeistert. In Sachsen gibt es so unglaublich viel zu entdecken. Da die meisten Perlen abseits der üblichen Route liegen lohnt auf jeden Fall eine Tour übers Land. Begeistert hat mich, mit wie viel Engagement die Höfe und Manufakturen geführt werden und das damit auch lange Traditionen aufrecht erhalten werden. So wird in Pulsnitz noch das textile Verfahren des Blaudrucks gelebt, in Plauen noch Spitze gefertigt. In Grünhainichen kann man sehen, wie die beliebten Engelentstehen. Als Leipzigerin habe ich durch das Buch erst entdeckt, dass kurz vor den Toren Leipzigs wundervolles Holzspielzeug gefertigt wird. Die Schäferei und Spinnerei Drutschmann begeistert mit einer gelebten Liebe zum Schaf. In Pülswerda kann man die Elbweiderinder direkt an der Elbe besuchen. Die Liste ließe sich noch erweitern, denn die Vielfalt ist unglaublich groß.
Was unterscheidet die porträtierten Höfe und Manufakturen von gewöhnlichen Bauernhöfen oder Läden?
Es sind Orte, die eine besondere Atmosphäre ausstrahlen, zu denen man nicht nur zum Einkaufen kommt, sondern, wo man auch etwas entdecken kann und einen Blick hinter die Kulissen möglich ist. Sei es zu Veranstaltungen, zum Tag der offenen Tür, oder auch der Blick in den Stall vor oder nach dem Einkauf. Wir haben für das Buch alle vorgestellten Orte besucht und getestet. Deshalb sind hier nur Höfe und Manufakturen versammelt, die uns überzeugt haben. Sozusagen ist das Buch ein persönliches Best-of der Hofläden und Manufakturen in Sachsen und eine Art Reisetagebuch.
Welches Produkt oder welche handwerkliche Tradition hat Sie am meisten fasziniert? Gibt es ein Produkt, das Sie vorher nicht kannten?
Beeindruckt hat mich der Kräuterberg Lichtenstein. Der Garten ist ein liebevolles Kleinod und perfekt für einen Wochenendausflug mit Kaffeekränzchen. Aber mich hat auch die Unterschiedlichkeit von vermeintlich einfachen Dingen sehr überrascht. Ich liebe Haferflocken zum Frühstück. So habe ich in jeder Mühleeine Tüte Haferflocken gekauft und (wenn es sie gab) eine Flockenmischung. Vor der Recherche zum Buch waren Haferflocken einfach nur ein Produkt, dass vermeintlich immer gleich ist. Nun habe ich aber gemerkt, wie unterschiedlich sie sein können und meine absolute Lieblingssorte gefunden.
Welche Erkenntnisse haben Sie aus der Arbeit an diesem Buch für Ihren eigenen Alltag mitgenommen? Hat sich Ihr Blick auf regionale Produkte oder nachhaltige Landwirtschaft verändert?
Ich versuche, noch stärker regional zu kaufen, als ich es bislang schon gemacht habe. Und ich habe meinen Blick noch einmal für Tradition und Handwerk geschärft.
Verlosung:

Der Vogtlandstreicher.de verlost einmal „Sachsen – Hofläden & Manufakturen“.
Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Das Gewinnspiel läuft vom 9. April 2026 bis zum 16. April 2026 um 0 Uhr.
Die Teilnahme erfolgt per E-Mail mit Angabe von Name und Wohnort an gewinnspiel@vogtlandstreicher.de an mit dem Betreff „Sachsen“.
Unter allen Einsendungen wird ausgelost und die Gewinner werden bis spätestens 20. April 2026 per E-Mail informiert.
Die Teilnahmedaten werden nur für die Dauer des Gewinnspiels gespeichert und anschließend gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Seit fast zwei Jahrzehnten die neutrale Stimme im Vogtland. Mit Leidenschaft und Nähe zu Menschen und Themen, auch weit über die Region hinaus. Nah am Puls der Zeit. Und stets mit dem Anspruch, Politik zu lesen, Kunst und Kultur näher zu bringen und am Schleizer Dreieck nicht vom Bike zu fallen.
Sachsen – Hofläden & Manufakturen: Ein Buch über regionale Schätze und echtes Handwerk

