Titelfoto: Constantin Film
Das alte Amphitheater ist in warmes, goldenes Licht getaucht, während die grauen Herren in kühlen, sterilen Tönen erscheinen – eine meisterhafte Inszenierung des Konflikts zwischen Menschlichkeit und Entfremdung.
Die Neuverfilmung von Momo versucht, die zeitlosen Themen von Michael Endes Werk in die Gegenwart zu übertragen. Dabei wird die Kritik an der modernen Gesellschaft, insbesondere am Zeitmanagement und der Entfremdung durch Technologie, in den Vordergrund gestellt. Doch so schön die Bilder auch sind, das Ursprüngliche des Originals bleibt manchmal auf der Strecke.
Schauspielerisch liefert Alexa Goodall eine berührende Performance, die Momo zu einer Figur macht, die man beschützen will. Martin Freeman als Meister Hora strahlt Ruhe und Weisheit aus, doch manche Nebenfiguren wirken eher wie Schachfiguren auf einem Spielbrett.
Fazit:
Die Neuverfilmung von Momo bietet eine moderne Perspektive auf Michael Endes Geschichte, verliert jedoch die märchenhafte Essenz und emotionale Tiefe des Originals. Für Fans des Buches und der ersten Verfilmung könnte der Film enttäuschend sein, während jüngere Zuschauer möglicherweise einen anderen Zugang zu den inhaltlichen Themen finden.
Der Vogtlandstreicher verleiht 3 von 5 Punkten.


Altersfreigabe:6
Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2025
Genre: Drama, Abenteuer, Fantasy
Im Mittelpunkt von Momo steht ein junges Waisenmädchen, das in den Ruinen eines alten römischen Amphitheaters lebt und sich mit jedem in der Nachbarschaft anfreundet. Doch als ein mächtiger internationaler Konzern beginnt, die Zeit aller zu stehlen, hat niemand mehr Zeit für sie, geschweige denn für ihre Freunde oder Familien – und Momo ist zusammen mit Meister Hora, dem Hüter der Zeit, die Einzige, die es mit den Zeitdieben aufnehmen kann, bevor alles für immer verloren ist.
Die Neuverfilmung von Michael Endes Klassiker mit Alexa Goodall in der Titelrolle und einem internationalen Cast, darunter Martin Freeman als Meister Hora, ist eine moderne Adaption des beliebten Kinderbuchs.
- Regie: Christian Ditter
- Verleih: Constantin Film
Seit zwei Jahrzehnten journalistisch unterwegs – mit offenen Ohren, kritischem Blick und Freude an Sprache. Im Vogtland verwurzelt, weit darüber hinaus neugierig. Ihr Fokus liegt auf Kunst und Kultur sowie den Menschen dahinter. Unvoreingenommen im Gespräch, differenziert im Urteil, mit Gespür für Zwischentöne und der Freude daran, andere für Neues zu begeistern.
“Momo”: Schöne Kulisse für moderne Gesellschaftskritik im Klassiker von Michael Ende

