Nachrichten VogtlandWarum Klassenchat-Regeln wichtig sind: Schutz, Respekt und Medienkompetenz

Titelbild: Volksolidarität Regionalverband Oberland e.V.
Wieviel Zeit verbringen Kinder und Jugendliche täglich am Smartphone? Wissen die Eltern, was die Kids dort sehen und wo sie agieren? Wie können Lehrer die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler konkret stärken und fördern?

Diese und viele weitere Fragen waren Inhalt eines Medienprojektes am Gymnasium “Dr. Konrad Duden” in Schleiz, das sowohl Schüler und Lehrer, als auch Eltern interessierte und allen Teilnehmenden wichtige Erkenntnisse brachte. Das Medienprojekt war Ergebnis einer gelungenen Kooperation des Gymnasiums, der Schulsozialarbeit der Volkssolidarität Regionalverband Oberland e.V. , der Volkshochschule des Saale-Orla-Kreises sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen – und „ein klares Zeichen, dass uns die Themen Mediennutzung und Medienkompetenz sehr wichtig sind“, betonte Schulsozialarbeiterin Nadin Josiger.

Wie sehr die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen das Medienprojekt interessierte, zeigte allein die rege Beteiligung und Diskussion. In den jeweiligen Doppelstunden hörten sie sehr gespannt zu und kamen mit Ludwig Steinert von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in selbstbewusster Weise über ihre Mediennutzungs-Gewohnheiten, Online-Risiken, unbedachtes Verhalten im Internet und Social-Media-Aktivitäten ins Gespräch.

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Was im Klassenchat erlaubt ist

So wurde unter anderem das Recht am eigenen Bild erläutert und dass es verboten ist, eine andere Person zu fotografieren und die Bilder ohne Einverständnis der- oder desjenigen zu veröffentlichen. „Das gilt auch im Klassenchat“, so Ludwig Steinert. Und schon begann eine lebhafte Besprechung der Schülerinnen und Schüler, was im WhatsApp-Klassenchat erlaubt sei und was nicht.

Per Abstimmung ermittelte die Klasse ihre Regeln – etwa, wer dem Klassenchat angehöre, welche Inhalte hineingehören, welche Konsequenzen drohen, wenn sich Teilnehmer nicht an die Regeln halten und wer dies durchsetzen soll. Zum Beispiel gehören schulische Themen, Vertretungspläne, Abstimmungen zu Terminen von Gruppen innerhalb der Klasse – wie etwa der Chormitglieder – hinein, aber keine privaten Infos, erst recht keine Beleidigungen, kein Mobbing oder „dass jemand doof gemacht wird“, wie es eine Schülerin ausdrückte. Ludwig Steinert sensibilisierte die Jugendlichen für einen bewussten Umgang mit den sozialen Medien und verschiedene Online-Risiken.

Medienregeln und Zeitnutzung für Social-Media im Alltag

„Genauso wichtig ist es, die Eltern aufzuklären, was es bedeutet, den Kindern ein Smartphone oder Tablet zur Verfügung zu stellen“, so Ludwig Steinert. „Die Eltern wissen zu wenig darüber“, so seine Erfahrung. Deshalb gab er den Eltern zum Elternabend und auch den Lehrern bei der Lehrer-Fortbildung beispielsweise einige gute Fragen mit, mit denen sie mehr über die konkrete Internet-Nutzung der Kinder erfahren können.

„Am Elternabend nahmen vor allem Eltern teil, deren Kinder am Vormittag am Projekt teilgenommen haben. Die Resonanz der anwesenden Eltern war durchweg positiv. Sie zeigten sich interessiert und aufmerksam, stellten Fragen und beteiligten sich aktiv am Austausch“, informierte Schulsozialarbeiterin Nadin Josiger.

Beispielsweise wurden Medienregeln und Zeitnutzung für Social-Media im Alltag und diesbezügliche Regeln in der Familie besprochen. Hier gab es auch einen Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander. Es gab aber auch Erklärungen von Begriffen und Funktionen im Social-Media-Bereich, die die Kinder teilweise besser kennen als die Eltern. Außerdem wurden Studien dazu vorgestellt.

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