Nachrichten VogtlandVogtland Philharmonie: Fünftes Sinfoniekonzert begeistert in Reichenbach und Greiz mit Klarheit und Ausdruck

Titelfoto: Michael Pohle
Klarheit der Artikulation, auch wenn es schnell oder stürmisch wird, und das jederzeit mögliche Zurückfinden vom Entfesselten, Jubelnden zum Leisen, Anmutigen, Biegsamen. Vorzüge, die jeder kennt. Aber ihnen vom ersten bis zum letzten Ton die Treue halten? Schwer, wenn nicht unmöglich.

Für die Vogtland Philharmonie schien das vergangene Woche im Reichenbacher Neuberinhaus und in der Greizer Vogtlandhalle bei ihrem fünften Sinfoniekonzert kein Problem zu sein. Am Pult stand Florian Ludwig, der neue Chefdirigent des Orchesters, der mit nimmermüdem Einsatz, aber ohne jeden eifernden Druck, auf den genannten Qualitäten bestand. Daraus erwuchs im Verein mit der Musizierfreude wie dem Können der Philharmoniker der besondere Reiz und Wert des Abends.

Zum einen brach man eine gehörige Lanze für den immer noch gern ein wenig – zu Unrecht – unterschätzten Wiener Klassiker Joseph Haydn. Seine Sinfonie Nr. 59, die „Feuersinfonie“, wie sein zweites Cellokonzert mit Simone Drescher als sich nahtlos einfügender Solistin waren als feinnervige, farbenreiche, erstaunlich viel ergreifenden Gesang bergende Werke zu erfahren.

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Und Ludwig van Beethovens siebente Sinfonie, die das Programm beschloss, offenbarte einen geradezu „erschlagenden“ Kontrast, ein Markenzeichen großer Kunst: Einerseits brach sich das Rebellische, Kompromisslose des Komponisten furios Bahn, andererseits behaupteten sich mit gleicher Kraft und Vehemenz ein zwingender Schönheitssinn, eine ungestüme Freude am Tänzerischen, Hingebungsvollen.

Um nur einige Glanzleistungen aus dem reich mit Bravos bedachten Orchester zu nennen: Solopauker Michael Hopfer war ein Muster an Klang und Rhythmus und als im rasenden Finale die Bläser für einen Moment zu schweigen hatten, ließ die Spannung nicht nach – dank zart, aber bestrickend virtuos die „Lücke“ füllender hoher Streicher.

Zahlreiche Nachfragen kamen zur Zugabe der Cellistin Simone Drescher. Sie spiele „Pēteris Vasks – Grāmata Čellam, II. Pianissimo“ ein Stück von ihrem Lieblingskomponist.

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Volker Müller
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