Ein entscheidender Schritt für die Zukunft der Stadt Hirschberg: Der Landrat des Saale-Orla-Kreis, Christian Herrgott, und die Hirschberger Bürgermeisterin Patricia Duch haben ein Vergleich unterzeichnet, der die lange Diskussion um die Sparnberger Brücke und die Kreisumlage beenden soll. Kernpunkt der Einigung ist die vollständige Übernahme der Planungskosten – rund 100.000 Euro – für die Brücke durch den Landkreis. Damit wird ein zentrales Infrastrukturprojekt, das lange blockiert war, wieder aktiv vorangebracht.
Außerdem stellt der Landkreis zusätzliche Mittel in gleicher Höhe für die Sanierung des Freibads, des Sportplatzes sowie der Spielplätze bereit. Im Gegenzug zieht die Stadt ihre Widersprüche gegen die Kreisumlage der Jahre 2023 bis 2025 zurück. Damit sollen langwierige Gerichtsverfahren mit ungewissem Ausgang vermieden werden. In den vergangenen Monaten war die Sparnberger Brücke wiederholt Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen über Zuständigkeiten und Verantwortung. Ein Gutachten hatte der Brücke die Note 4 bestätigt, was im August 2024 ein Sperrung zur Folge hatte. Der Neubau würde rund 1,7 Millionen Euro kosten.
Hintergrund: Förderverfahren und neue Entscheidungsgrundlage für die Brückenplanung
Bereits in der Vergangenheit hatte Landrat gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Rüdiger Wohl eine Förderung für den Neubau der Sparnberger Brücke angefragt. Das Projekt wurde zunächst auch für einen entsprechenden Fördertopf vorgemerkt. Voraussetzung hierfür war jedoch die fristgerechte Einreichung der Planungsunterlagen bis zum 31. Dezember 2024. Diese Planung konnte seinerzeit nicht vorgelegt werden, da der Stadt die erforderlichen finanziellen Mittel fehlten.
Inzwischen hat die Gemeinde Berg eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die zu dem Ergebnis kommt, dass die bestehenden Brückenpfeiler weiterhin nutzbar sind. Vor diesem Hintergrund soll nun gemeinsam geprüft werden, welche Variante langfristig sinnvoller ist. Ein vollständiger Neubau der Brücke oder lediglich die Erneuerung des Oberbaus. Letztere wäre zwar kostengünstiger, ist jedoch nicht förderfähig, was bei der Entscheidungsfindung eine wesentliche Rolle spielt.
Um diese Fragen zu klären, ist für Februar ein gemeinsamer Termin der Stadt Hirschberg, mit der Gemeinde Berg und dem Landratsamt angesetzt. Unabhängig von der finalen Entscheidung steht bereits fest, dass die Planung noch im laufenden Jahr erfolgen soll.
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Sparnberger Brücke: Saale-Orla-Kreis übernimmt Planungskosten – Hirschberg zieht Widerspruch zurück



