Die Stadt Hof hat im Bauausschuss im März umfassend über den aktuellen Stand sowie die zeitliche Planung für Brückensanierungen informiert. Besonders im Fokus stehen dabei die Michaelisbrücke und die Friedrich-Ebert-Brücke, die in den kommenden Jahren entweder umfassend saniert oder vollständig ersetzt werden sollen.
Die Verkehrsinfrastruktur ist insbesondere im Innenstadtbereich stark von drei zentralen Querungen abhängig: der Angerbrücke, der Friedrich-Ebert-Brücke und der Michaelisbrücke. Diese Bauwerke sind essenziell für den Verkehrsfluss – insbesondere auch für den Schwerlastverkehr Hof.
Angerbrücke: Neubau als wichtige Ausweichroute
Ein wesentlicher Bestandteil ist derzeit die im Bau befindliche Angerbrücke. Der Neubau schreitet voran und soll voraussichtlich bis Ende 2026 vollständig für den Verkehr freigegeben werden – inklusive Nutzung durch schwere Fahrzeuge. Nach ihrer Fertigstellung übernimmt sie eine strategisch wichtige Funktion. Sie dient als Ausweichstrecke, falls es auf anderen Brücken zu Einschränkungen oder Sperrungen kommt.
Friedrich-Ebert-Brücke: Ersatzneubau geplant
Die Friedrich-Ebert-Brücke, gelegen am Hofer Hallenbad, wurde bereits im Jahr 1948 errichtet. Aktuell ist sie lediglich für eine maximale Traglast von 24 Tonnen ausgelegt. Aufgrund gravierender baulicher Mängel wurde ihre Nutzung bereits im Juni 2023 eingeschränkt. Statt drei stehen nur noch zwei Fahrspuren zur Verfügung. Eine wirtschaftliche Sanierung ist nicht mehr möglich, weshalb ein Ersatzneubau konkret vorgesehen ist. Die Umsetzung ist für den Zeitraum 2028 bis 2029 geplant.
Michaelisbrücke: Sanierung nach Schadensanalyse
Die Michaelisbrücke, Baujahr 1979, wurde ursprünglich für eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen konzipiert. Eine Untersuchung im Jahr 2023 offenbarte jedoch erhebliche Schäden an den Widerlagern. Ursache sind unter anderem Chlorideinträge, die die Bausubstanz angreifen. Um eine Verschlechterung des Zustands zu verhindern, ist eine Sanierung vorgesehen. Diese soll nach Abschluss der Arbeiten an der Angerbrücke erfolgen.
Mehrstufiges Verfahren für die Brückenplanung
Für die Umsetzung wurde ein strukturiertes, mehrstufiges Vorgehen definiert. Zunächst erfolgt eine Vorplanung inklusive statischer Nachberechnung. Die Ergebnisse dieser Phase werden bis Ende Juli 2026 erwartet. Darauf aufbauend folgen bei Bedarf Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Anschließend wird die Ausführungsplanung erstellt. Ziel ist es, die Sanierung der Michaelisbrücke im Jahr 2027 umzusetzen.
Weitere Projekte: Bahnbrücke Unterkotzau in Vorbereitung
Neben den innerstädtischen Maßnahmen wird auch ein weiteres Infrastrukturprojekt vorangetrieben: der Ersatzneubau der Bahnbrücke im Stadtteil Unterkotzau. Bereits im Februar 2025 hatte der Stadtrat den Neubau beschlossen. Anfang 2026 wurde der Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken eingereicht. Parallel dazu laufen Ausschreibungen für Ingenieurleistungen, darunter:
- Bauoberleitung
- Örtliche Bauüberwachung
- Steuerung bahnspezifischer Leistungen
Der Projektfortschritt verläuft planmäßig. Eine Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn wird erwartet, sobald die unterzeichnete Eisenbahnkreuzungsvereinbarung vorliegt.
Langfristiges Ziel: Sichere Querungen für Verkehr und Rettungsdienste
Mit der konsequenten Umsetzung verfolgt die Stadt das Ziel, ihre Infrastruktur dauerhaft leistungsfähig zu halten. Besonders im Fokus stehen dabei zuverlässige Verkehrsverbindungen im Innenstadtbereich, sichere Nutzung für den Schwerlastverkehr und die Funktionsfähigkeit für Rettungsdienste.
Gleichzeitig weist die Stadt darauf hin, dass laufende Bauwerksprüfungen jederzeit neuen Handlungsbedarf aufzeigen können. Dadurch sind Anpassungen im Zeitplan oder zusätzliche Maßnahmen im Sanierungskonzept möglich.

Redaktion
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Brückensanierung in Hof: Stadt informiert über Zeitplan und Maßnahmen
