Der großflächige Stromausfall im Süden von Berlin hat bundesweit die Aufmerksamkeit auf den Schutz kritischer Infrastrukturen und die Krisenvorsorge gelenkt. Ein Blackout bezeichnet einen unerwarteten, großflächigen und länger andauernden Stromausfall, der ganze Regionen betreffen kann.
Im Gegensatz zu einem normalen Stromausfall sind dabei nicht nur Haushalte betroffen, sondern auch Kommunikation, Wasserversorgung, Verkehr und Teile der medizinischen Versorgung.
Was unterscheidet einen Blackout von einem normalen Stromausfall?
Ein gewöhnlicher Stromausfall ist meist lokal begrenzt und schnell behoben. Ein Blackout hingegen:
- dauert oft mehrere Stunden oder Tage,
- betrifft große Gebiete,
- kann Kettenreaktionen in anderen Versorgungssystemen auslösen.
Diese Kombination stellt eine besondere Herausforderung für Bevölkerung und Behörden dar.
Verhaltensempfehlungen im Blackoutfall
Behörden und Katastrophenschutzorganisationen empfehlen im Ernstfall:
- Ruhe bewahren und Lage prüfen
Nachbarn einbeziehen, um festzustellen, ob ein flächendeckender Ausfall vorliegt. - Informationen sichern
Batteriebetriebene Radios nutzen, da Internet und Mobilfunk ausfallen können. - Energie sparen
Taschenlampen statt Kerzen verwenden, Batterien und Powerbanks gezielt einsetzen. - Wasser und Lebensmittel bevorraten
Trinkwasser und haltbare Lebensmittel bereithalten, die ohne Strom nutzbar sind. - Sicher heizen und kochen
Keine Grills oder Generatoren in Innenräumen verwenden (Vergiftungsgefahr). - Auf andere achten
Ältere, kranke oder pflegebedürftige Menschen benötigen besondere Unterstützung.
Vorsorge: Selbstversorgung für mehrere Tage
Fachstellen empfehlen, Haushalte sollten sich für mehrere Tage selbst versorgen können, unter anderem mit:
- Trinkwasser
- haltbaren Lebensmitteln
- Lichtquellen und Batterien
- Erste-Hilfe-Set und Medikamente
- etwas Bargeld
Kommunale Vorsorge: Beispiele aus der Region
Stadt Hof
Die Stadt Hof finalisiert derzeit ein Einsatzkonzept „Stromausfall / Blackout“. Zentrales Element sind sogenannte Leuchttürme:
- fußläufig erreichbare Anlaufstellen (ca. 30 Minuten),
- reine Kommunikations- und Meldestellen,
- ausgestattet mit Notstrom und Erste-Hilfe-Material.
Sie sind keine Sammel- oder Wärmehallen. Weitere Versorgungsangebote werden je nach Lage ergänzend eingerichtet und über die Leuchttürme kommuniziert. Die Einsatzfähigkeit von Rettungs- und Hilfsorganisationen bleibt auch bei längerem Stromausfall gewährleistet.
Gemeinsam mit dem Landkreis Hof wird ein modulares Krisenkonzept entwickelt, das insbesondere den Schutz kritischer Infrastruktur berücksichtigt.
Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis hat einen Handlungsleitfaden für länger andauernde Stromausfälle erstellt und richtet bis Ende 2025 124 Notfallmeldestellen ein. Diese:
- befinden sich u. a. in Feuerwehrhäusern und Rathäusern,
- dienen als Anlaufpunkte, wenn 110/112 nicht erreichbar sind,
- ermöglichen das Weiterleiten von Notfallmeldungen an Leitstellen.
Zusätzlich setzt der Kreis auf Sirenen, Lautsprecherdurchsagen und die Warn-App NINA.
Saale-Orla-Kreis
Im Saale-Orla-Kreis ist die Blackout-Vorsorge in den allgemeinen Brand- und Katastrophenschutz eingebettet. Ein eigenes Blackout-Konzept existiert nicht, jedoch:
- koordinieren Katastrophenschutzstab, Feuerwehren und Hilfsorganisationen komplexe Schadenslagen,
- werden Sirenen, Warn-Apps und Rundfunk regelmäßig getestet (z. B. Warntag),
- stehen Informations- und Vorsorgematerialien für die Bevölkerung zur Verfügung.
Wo bekomme ich im Blackoutfall verlässliche Informationen?
Wenn Strom, Internet oder Mobilfunk ausfallen, sind offizielle und robuste Informationsquellen entscheidend.
✔ Bundesweite Anlaufstellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Ratgeber zur Notfallvorsorge, Checklisten und Verhaltensempfehlungen für Blackouts und andere Krisen. - Warn-App NINA
Offizielle Warnmeldungen des Bundes und der Länder (Unwetter, Stromausfall, Evakuierung). - Cell Broadcast
Automatische Warnmeldungen direkt aufs Handy – ohne App und Registrierung.
✔ Regionale Informationen
- Stadt- und Landkreis-Websites
Informationen zu Sirenen, Notfallmeldestellen, Leuchttürmen und lokalen Maßnahmen. - Rathäuser, Feuerwehrhäuser, Notfallmeldestellen
Persönliche Anlaufpunkte, insbesondere wenn Telefon und Internet nicht verfügbar sind.
✔ Klassische Informationswege
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio (UKW)
Wichtigste Informationsquelle bei längerem Stromausfall. - Sirenen und Lautsprecherdurchsagen
Hinweise auf Gefahrenlagen und weitere Informationsstellen.
✔ Ergänzende Unterstützung
- Hilfsorganisationen wie:
Deutsches Rotes Kreuz,
Johanniter-Unfall-Hilfe,
Arbeiter-Samariter-Bund,
Malteser Hilfsdienst
bieten Vorsorgetipps, Schulungen und lokale Beratung an.
Tipp:
Informieren Sie sich bereits im Vorfeld, welche Anlaufstellen und Warnsysteme es in Ihrer Kommune gibt – im Ernstfall zählt jede Minute.
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